Sonntag, 21. Februar 2016


10 - 15 Minuten Achtsamkeit am Tag

In dieser Woche habe ich mit dem Meditieren begonnen. Ich bin zwar nicht besonders religiös, jedoch erachte ich mich als ein wenig stressempfimdlich und unausgeglichen. Diese psychische Empfindlichkeit hat die unangenehme Nebenwirkung, dass in solchen Momenten auch andere Teile des Körpers sich bemerkbar machen. Der Magen ist da unter anderem auch sehr penetrant. Um mich selbst und mein Leben ein wenig zu Ordnen und auf den Zahn zu fühlen, habe ich ein wenig über die Meditation nachgedacht. Man hört immer wieder in Dokumentationen oder Zeitschriften von der Lehre aus den buddhistischen Klöstern. Es kann also sicherlich nicht schaden. 

Deshalb habe ich mir zu Weihnachten ein Buch zum Thema gewümscht (und natürlich auch bekommen). Meditation für Anfänger von Jack Kornfield soll mir einen Leitfaden geben und Hilfestellungen. Die mitgelieferte CD mit begleiteten Übungen ist dabei sehr hilfreich. Das Buch an sich gibt eine kurze Einführung zum Thema Meditation, woher diese kommt und das man nicht religiös sein muss, um etwas über Achtsamkeit zu lernen. Damit ist keineswegs die Achtsamkeit in der Schule gemeint oder im Straßenverkehr. Vielmehr gilt die Achtsamkeit dem eigenen Körper, der Einsicht, der inneren Klarheit und dem Mitempfinden. Die Grundlagen dafür sollst du in den 6 geführten Meditationen erlernen.
Natürlich fängst du auch hier klein an. Als erstes gibt es Anweisungen zum richtigen Sitzen. Du musst nicht im Schneidersitz sitzen - ein Stuhl reicht völlig aus. Wichtig ist, dass du bequem und locker sitzen kannst. Ich sitze aufrecht auf dem Sofa, die Beine sind auf dem Boden abgestellt und die Arme locker auf den Oberschenkeln abgelegt. Meinen Blick richte ich nach draußen durch die Balkontür, bevor ich meine Augen für die Übung schließe. In der ersten Übung wird dir das auch alles ausführlich erzählt. Als Erstes geht es darum, den eigenen Atem zu spüren, wie natürlich er durch den Körper geht und welche Regionen deines Körpers er berührt. Mir fällt dabei das Heben und Senken meiner Bauchdecke auf.
Auf diesen Atem sollst du dich konzentrieren, auf ihn achten und dir bewusst werden, dass du atmest. Das klingt erst einmal relativ unspektakulär und einfach ... aber glaub mir: dass ist es nicht! Sehr schnell wirst du bemerken, dass du mit den Gedanken abschweifst. Das ist nur natürlich, aber genau das sollst du durch das Meditieren lernen zu kontrollieren. So kannst du dich von unliebsamen und lästigen Gedanken befreien. Wenn sich deine Gedanken wieder im Kreis drehen, scheint doch nichts schöner, als wenn es eine Möglichkeit gäbe ihnen Einhalt zu gebieten. Keine Sorge! Aller Anfang ist schwer. Auch ich ertappe mich dabei, wie ich darüber nachdenke, was ich nach der Meditation mache, oder was es heute zum Abendbrot gibt. Auch der Leiter der Meditation weiß das und holt dich immer wieder durch Kommentare in die Gegenwart zurück. Das ist goldwert. Er führt dich zu deinem Atem wieder zurück. Daher empfinde ich das "Gequatsche" nicht unbedingt als störend. Gerade am Anfang ist es hilfreich.

Ich habe bisher vier Meditationen abgehalten, also kann ich dir an dieser Stelle nur ein paar erste Eindrücke Schildern. Aber ich werde weiter am Ball bleiben und in regelmäßigen Abständen über meine Eindrücke und (hoffentliche) Fortschritte berichten. Allerdings kann ich schon eines ausdrücklich festhalten: du musst dir nicht lächerlich dabei vorkommen. Hast du dich einmal dazu entschlossen und hingesetzt, dann geraten solche Gedanken schnell in den Hintergrund. Mein Ehrgeiz wurde geweckt. Mein Ziel ist es nicht mehr mit meinen Gedanken abzuschweifen und mich nur auf meinen Atem zu konzentrieren. Ich werde dir berichten, ob es mir gelingt.

Zum Schluss habe ich noch ein paar Tipps für dich:

1. Wenn du mit dem Meditieren anfangen möchtest, dann suche dir Hilfe. Ist es dir zu Umständlich einen Kurs zu besuchen, dann empfehle ich dir eine entsprechende Lektüre. Bei oben genannter ist gleich eine CD dabei. Das macht es einfacher. Auch der Inhalt des Buches ist auf das Wesentliche konzentriert, sodass du dich nicht durch etwaige philosophische und religiöse Reden kämpfen musst. Sollte dich das allerdings näher interessieren, kannst du deine Lektüre dementsprechend auswählen.

2. Suche dir ein ruhiges Plätzchen, wo du für 10-20 Minuten ungestört sein kannst.

3. Trage bequeme Sachen. Weder Gürtel, Kravatte noch enge Hosen sollen dich einengen.

4. Du kannst es dir gerne gemütlich machen. Ich mache mir (auch wenn ich es nicht sehe) eine Kerze an. Du kannst natürlich auch Räucherstäbchen verwenden o.ä.

5. Wenn möglich, übe am Anfang täglich. Stell dir das Meditieren, wie das Lernen eines Instrumentes vor: um es zu beherrschen musst du regelmäßig üben. Später kannst du dann sicher meditieren, wenn du es brauchst. Aber das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

6. Du kannst natürlich auch länger als nur 15 Minuten meditieren.

Warum ich mich für Meditation entschlossen habe, weißt du jetzt. 

Hast du schon Erfahrungen mit Meditationen gemacht ... oder hälst du das alles für Humbug? Schreib mir doch deine Meinung/Erfahrung in die Kommentare.

Eure Anke

Kommentare:

  1. Hey Anke,
    Danke für deinen Erfahrungsbericht. Ich habe das Meditieren auch schon mal ausprobiert und war dafür während meines freiwilligen Jahres in einem Kloster mit einer Gruppe anderer, die auch ein freiwilliges Jahr gemacht haben. Wir haben dann gemeinsam Meditiert, das war echt cool und eine tolle Erfahrung. Leider ist das wieder ein bisschen eingeschlafen.
    Vorher hab ich auch schon Autogenes Training in einem Kurs gemacht und mache es ab und an noch, wenn ich abends nicht einschlafen kann.

    Liebe Grüße, Tinka :)

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    1. Sogar in einem Kloster? Das ist sehr cool. Was hat es dir gebracht? Hattest du dich anders gefühlt oder einfach wohler in deiner Haut? Mal ein paar Tage im Kloster zu leben reizt mich auch sehr, auch wenn ich nicht gläubig bin.

      Ich weiß dass wir zu Schulzeiten mal autogenes Training gemacht haben. Aber so richtig kann ich mich nicht erinnern. :)
      Jedenfalls Danke für deinen Kommentar.

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  2. Bisher habe ich erst einmal versucht zu meditieren und das hat mir sehr sehr gut getan.
    Ich möchte es auf jeden Fall wieder aufgreifen. Ich merke, dass ich mir im Augenblick für Entspannung einfach zu wenig Zeit nehme.
    Ich werde gleich einmal deine Tipps ausprobieren.

    Liebe Grüße,
    Ella

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    1. Liebe Ella, genau deswegen habe auch ich begonnen. Ich wollte nicht mehr so gehetzt sein. Ich würde mich freuen, wenn du mir von deinen Erfahrungen berichten würdest.

      Deine Anke

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    2. Liebe Ella, genau deswegen habe auch ich begonnen. Ich wollte nicht mehr so gehetzt sein. Ich würde mich freuen, wenn du mir von deinen Erfahrungen berichten würdest.

      Deine Anke

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    3. Liebe Ella, genau deswegen habe auch ich begonnen. Ich wollte nicht mehr so gehetzt sein. Ich würde mich freuen, wenn du mir von deinen Erfahrungen berichten würdest.

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