Montag, 14. März 2016

Kleine Auszeiten und Tagträumereien #01

Der Wunsch nach Entschleunigung, Ruhe und dem einfachen Leben.

Täglich überschüttet uns die Medienwelt mit negativen Schlagzeilen über Krieg, Gewalt, Tod, Umweltkatastrophen und diversen Unfällen. Ich mache mir mittlerweile nicht mehr die Mühe nach positiven Schlagzeilen Ausschau zu halten. Es ist viel zu deprimierend und zumindest mir geht es so, dass mich das Leben dann schon gerne einmal überfordert. Ich möchte einfach keine Angst haben, sobald die Sonne untergegangen ist, beraubt, erschossen oder überfallen zu werden. Es lässt sich nicht entspannt leben, wenn man dabei zusehen muss, wie sich vieles ins Negative verändert oder wenn man immer wieder vor die Nase gehalten bekommt, dass man mit seinem Fachgebiet sowieso keine guten Jobchancen hat. Als Studentin mit begrenztem Budget kann ich noch nicht wählerisch bei der Wohnungssuche sein. Aber bald! Bald kann ich mir einen schönen Wohnort suchen, den ich mit meiner Arbeit gut finanzieren kann. Ich arbeite stetig darauf hin. Doch bis dahin halte ich mich mit kleinen Tagträumen über Wasser. Träumt ein wenig mit mir! Vielleicht findet auch ihr Gefallen daran.


Warum eigentlich Tagträumen?
Wenn euch alles zu viel wird, ihr euch entspannen wollt oder einfach nur über eure (Wunsch) Zukunft sinnieren wollt, dann ist ein Tagtraum eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Um euch besser zu fühlen, könnt ihr eure Gedanken einfach schweifen lassen und euch eurer Phantasie hingeben. Außerdem ist es möglich von Dingen zu träumen, die ihr in naher Zukunft erreichen könnte. Es hilft einen Weg einzuschlagen und ihn Schritt für Schritt zu gehen, um euren kleinen Traum wahr zu machen. Ein Tagtraum ist wie eine kleine Blase, die euch vor der Realität schützt. Hier könnt ihr neue Kraft und Zuversicht tanken und eurer Phantasie freien Lauf lassen. Natürlich ist es nicht gut, sich vollends in parallele Welten zu flüchten, jedoch können kleine Ausflüchte aus der Realität Balsam für die Seele sein.

Wovon träume ich eigentlich?

Ich bin ein Stadtkind. Ich bin in einer Stadt aufgewachsen und weiß die kurzen Wege - zur Arbeit oder zum Einkaufen - zu schätzen. Doch ganz zufrieden bin ich nicht. Es ist dreckig, teilweise gefährlich und nicht unbedingt ansehnlich im Plattenbau zu leben. Es gibt schöne Ecken und gute Wohnungen ... ab einem gewissen Budget versteht sich. Man sieht kaum einen Garten, nur kleine Stadtparks, die kaum dafür geeignet sind sich richtig zu entspannen oder etwas anzupflanzen. Da erinnere ich mich gerne an meine Kinder- und Jugendtage zurück, als meine Eltern noch einen Schrebergarten besaßen. Dieser fungierte als Rückzugsort, wo wir ein wenig Gemüse und Obst anbauen und spielen konnten. Es gab für mich nichts schöneres als den dreckigen Gartenteil sauber zu machen. Diese Gärten gibt es natürlich auch heute noch. Aber ich weiß noch nicht, wo es mich nach dem Studium hinverschlägt, also lohnt es sich für mich nicht. Außerdem sind damit immer Kosten verbunden. Also erträume ich mir mein Wunschleben und einen Garten. :) Ein kleines Haus am Stadtrand mit kleinem Garten wäre perfekt, in dem ich mich ein wenig selbst versorgen, abschalten und die Natur genießen kann. Ein Garten mit Nutz- und Heilpflanzen eignet sich besonders gut für ein Leben nahe der Natur und um das Wissen aus alter Zeit gut anwenden zu können. Ich weiß unsere moderne Technik durchaus zu schätzen, allerdings sollten wir nicht vergessen, woher wir kommen und dass die Menschen früher mit viel weniger zufrieden waren. Ich wünsche mir für mich einen gesunden Mix aus Moderne und Tradition. Das kann doch nicht so schwer sein.

 
Wie träume ich und was mache ich, um meinem Ziel näher zu kommen?
Mein Bruder betitelte mich letztens mit dem Adjektiv häuslich. Das mag nun etwas übertrieben sein, aber ein wenig bewusster und häuslicher Leben kann nie schaden. Auf meinem Balkon versuche ich mir eine kleine Oase inmitten der Großstadt zu schaffen: ein wenig Grün, bunte Farben und ein paar essbare Pflanzen dürfen jedes Jahr einziehen. Selbstgemacht heißt meine neue Devise. Das heißt natürlich auch zu lernen und sich auszuprobieren: neben dem Fertigen von Marmelade, Likören und anderen selbstgemachten Leckereien bilde ich mich im Herstellen von Badzubehör wie Badesalz oder Seife. Weg von der Massenindustrie und vertrauen auf die eigenen Wünsche und Fähigkeiten scheint für mich ein lohnenswertes Ziel zu sein.
Tagträumen lässt es sich für mich am besten, wenn ich in der Sonne sitze und eine Gartenzeitschrift oder ein Balkonbuch lese, mir Dokumentationen ansehe oder mich mit Gleichgesinnten unterhalte. Dies beflügelt ungemein. Einfach abtauchen und für den Balkon oder den zukünftigen Garten Ideen holen, leckere Rezepte ausprobieren und schauen was andere so machen. Jeder ist schließlich seines Glückes Schmied. :)

Nächste Woche stelle ich euch meine Lieblingslektüren zum Tagträume vor. Bis dahin erzählt mir doch mal, wovon ihr träumt?

1 Kommentar:

  1. Etwas verspätet, aber ich wollte dir ja noch von meinen Tagträumen berichten.
    Ich möchte gerne als Schriftstellerin arbeiten, und zwar so, dass ich genug verdiene um eigentlich nichts anderes nebenbei (wie das Kellnern) machen zu müssen. Und ich möchte mich dabei sehr gern viel selbstversorgen, viel selber machen, viel selber nähen und irgendwann ein eigenes Pferd besitzen.
    Unglaublich viel und möglicherweise gar nicht gleichzeitig zu machen... trotzdem arbeite ich mich langsam dahin.

    Am Liebsten würde ich mit meinem Mann und Kindern noch etwas weiter auf dem Dorf wohnen, als ich es jetzt schon tue. Z.B. in dem Fachwerkhaus in der Eifel, das meine Schwiegeroma in der Eifel hat. Dort ist es traumhaft ruhig und man muss nur den Berg herunter und ist im nächstgrößeren Ort mit Einkaufsmöglichkeiten und Cafes.
    Immer, wenn wir dort sind, stelle ich mir vor, wie es wäre dort zu leben. Wir kennen schon viele Nachbarn dort und es ist fast so vertraut wie hier bei uns.
    Am liebsten wäre es mir natürlich, wenn meine engsten Freunde auch alle dort wohnen würden.
    Bei allen Dingen, die ich mache, die auch in meinem Traum vorkommen, stelle ich mir gerne vor, ich würde schon all das machen- und ich wäre schon soweit.

    Ich merke, dass ich dem Traum Schrittchen für Schrittchen näher komme. Ich habe endlich den Mut gefasst und meinen Opa gefragt, ob ich nicht seinen Garten umbuddeln darf (ich darf und tue es bereits). Meinen Roman überarbeite ich gerade, um ihn dann Agenturen vorzustellen und am Freitag stand ich ewig in der Küche um neue Bandnudeln selbst zu machen- die diesmal einfach so köstlich geworden sind, dass ich sie immer selber machen will.

    Ich merke auf jeden Fall, dass das drüber nachdenken und verbildlichen dieser kleinen Traumteile mir helfen, diese auch in die Tat umzusetzen. Sie zeigen mir einfach eine Richtung an und sind ein kleiner Kompass zum großen Glück, weil sie mir meine eigenen Wünsche aufzeigen.

    :D Ella.

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