Donnerstag, 14. April 2016

Ein moderner Held sein

Um ein moderner Held zu sein, braucht ihr keine großartigen Superkräfte. Ihr müsst auch kein Teil der Avengers oder ein Mitglied in irgendeiner Organisation sein. Es ist vollkommen ausreichend, wenn ihr euch selbst treu bleibt und ein wenig über die aktuellen Wehwehchen der heutigen Gesellschaft bewusst seid.


Dabei können Medien, Veranstaltungen und Messen hilfreich und inspirierend sein. Eine solche Messe habe ich am Samstag besucht: den Heldenmarkt. In der wunderschönen Kongresshalle am Leipziger Zoo wurden zahlreiche Möglichkeiten aufgezeigt das eigene Leben und das der anderen nachhaltiger zu gestalten. Zudem ist es nicht so schwer verantwortungsvollen Konsum mit Genuss, Freude und Kreativität zu verbinden. 

Nachhaltiger Konsum ist in fast allen Lebensbereichen möglich. Neben veganen Köstlichkeiten und diversen Bioprodukten gab es zahlreiche Aktionen zum Thema Nachhaltigkeit. Ich habe euch ein paar Themen herausgesucht, die ich sehr spannend finde und welche recht einfach umzusetzen sind.

Den eigenen ökologischen Fußabdruck ermitteln

Stellt euch doch einmal die Frage, wie viel unsere Ökosysteme uns zum Leben zur Verfügung stellen können. Ob Lebensmittel, Kleidung, Energie und Baumaterial – euer ganzes Leben hängt davon ab, was die Natur euch zur Verfügung stellt. Aber wie viel nutzt ihr eigentlich und was könnt ihr tun, damit alle Menschen auf der Erde gut leben können? Hierbei hilft euch die Idee des Ökologischen Fußabdrucks. Er ist eine Art Buchhaltungssystem für die Umweltressourcen unserer Erde.
Hierbei werden zwei Seiten betrachtet: Angebot und Nachfrage.  Auf der Angebotsseite seht ihr, wie viele Flächen der Planet zur Verfügung hat. Dazu zählen Wälder, Felder, Seen, Meere, Wüsten, Weiden, Steppen, Straßen und Städte. Dabei wird auch die unterschiedliche „biologische Produktivität“ der Erdoberfläche berücksichtigt. Das Ergebnis entspricht der Biokapazität der Erde.
Auf der Nachfrageseite findet ihr euch selbst wieder. Hier wird berechnet, wie viel Biokapazität die Menschen nutzen. Jedes Wirtschaften beansprucht Fläche. Abfälle und Abgase muss die Umwelt ebenfalls verarbeiten. Mit dem ökologischen Fußabdruck kann man Angebot und Nachfrage vergleichen. Wie viel Natur haben wir? Wie viel brauchen wir? Und wer nutzt wie viel?
HIER könnt ihr euren eigenen Fußabdruck messen lassen. Wie sehr belastet euer Lebenstil die Erde? Natürlich findet ihr unter eurem Testergebnis viele Tipps und Tricks, um auf einfache Weise die Stärke eures Fußabdruckes zu verringern.

Upcycling - ein zweites Leben für den Müll


Klingt erstmal kompliziert, ist es aber nicht. Es fordert lediglich ein wenig Kreativität. Zum Upcycling könnt ihr alles mögliche verwenden: alte Zeitungen, Joghurtbecher und Milchtüten, diverse andere Plastikbehälter, PET-Flaschen, alte Bucheinbände, alte Zinkwannen und - Eimer, defekte Europaletten, Dosen, Capri Sonne-Tüten, ja sogar Fahrradreifen und Disketten. Ich habe mich selbst schon mit etwas Einfachem versucht. Für die Anzucht meiner eigenen Pflanzen habe ich u.a. aus alten Zeitungen und Joghurtbehältern Anzuchtgefäße gebastelt. Selbst zum Beschriften der Samenbehälter habe ich Joghurtbecher verwendet. Zum Pikieren der mittlerweile gut gewachsenen Pflänzchen dienen aufgeschnittene Milchtüten. Habt ihr keine Gießkanne, dann bestückt einfach eine PET-Falsche mit einem Gießaufsatz und eine Flasche weniger belastet unsere Umwelt. Auf den Messefotos könnt ihr noch viele andere schöne Ideen sehen, aber am besten werdet ihr selbst kreativ. Schaut, was ihr gerade gebrauchen könnt und überlegt euch, was ihr dazu neu kaufen müsst, oder ob ihr nicht doch alte Sachen verwerten könnt.

Nachhaltiges Einkaufen

Am Samstagnachmittag führte ein Rundgang durch die Leipziger Innenstadt zu Läden und Geschäften, die besonders nachhaltige und faire Produkte führen. Da ich zu dieser Zeit bereits einem Vortrag lauschte, konnte ich nicht daran teilnehmen. Doch zu dem Vortrag später mehr.
Nachhaltig einkaufen könnt ihr nicht nur in Leipzig. Egal in welcher Stadt ihr wohnt, bieten sich einige Möglichkeiten die Umwelt ein wenig zu entlasten. Am besten verzichtet ihr erst einmal auf Plastiktüten. Diese sind nicht biologisch abbaubar und müssen verbrannt werden. Laut dem BUND werden dabei klimaschädliche und giftige Substanzen wie Formaldehyd und Phenole freigesetzt. Außerdem sehe ich sehr häufig, wie das Plastik in der Natur und auf der Straße landet. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich fühle mich sehr unwohl, wenn im Stadtpark oder an der Straße verteilt Müll und Verpackungen verstreut liegen. Was ist so schwer daran es bis zum nächsten Papierkorb mit sich zu führen?

Eine gute Alternative zum Einkaufen sind Stoffbeutel, Rucksäcke oder Körbe. Diese können immer wieder verwendet werden und sind zudem noch stabiler. Mittlerweile beginnt der Einzelhandel wohl doch ein wenig über Nachhaltigkeit nachzudenken. Seit neuestem wirbt Thalia mit dem Slogan "Umweltschutz kostet Geld" und man wird gefragt, ob man unbedingt eine Tüte braucht, denn dann muss man eine kaufen. Auch in den Drogerieketten sind die kleinen bekannten Plastiktüten bereits verschwunden. Der Trend scheint definitiv zu weniger Plastikmüll zu gehen. Macht doch einfach mit und nehmt euch zum Einkaufen einfach Beutel und Behälter von Zuhause mit.

Um dies zu bestärken öffnen jetzt immer mehr verpackungsfreie Läden ihre Pforten. Hier findet ihr alle Lebensmittel, die ihr braucht, lose oder separat abfüllbar. Selbst Waschpulver und Reinigungsmittel könnt ihr in Mengen abfüllen, die ihr auch gut verbrauchen könnt. Ihr benötigt nur bereits vorhandene Behälter und Flaschen von daheim. Fehlt euch doch etwas, könnt ihr vor Ort biologisch gut abbaubare oder wieder vewendbare Behälter kaufen. Ich finde, das ist eine sehr innovative Idee und hoffe, dass es in meiner Heimatstadt bald auch einen solchen Laden geben wird.

Einfach mal zugehört

Auf dem Heldenmarkt gab es auch reichlich Vorträge zum Thema Nachhaltigkeit. Zwei davon möchte ich euch vorstellen.

Hinter dem Titel "Damit die Dinge besser werden!" verbarg sich ein Thema, welches euch sicherlich auch ab und zu beschäftigt hat. Stefan Schridde vom Verein Murks? Nein danke! sprach über den geplanten Verschleiß von Produkten und das wir dadurch immer wieder zum Neukauf gezwungen werden. Geplante Obsoleszenz verhindert zumeist eine erfolgreiche Reparatur, da die Ersatzteile entweder schon nach kurzer Zeit nicht mehr käuflich zu erwerben sind, oder sich die Geräte zur Selbstreparatur erst gar nicht öffnen lassen. Hinzu kommen mangelnde Informationen und eine unmögliche Preisgestaltung, so dass nach nicht einmal drei Jahren schon wieder ein neuer Fernseher gekauft werden muss. Von den Herstellern ist dies so konzipiert, damit immer wieder neue Produkte gekauft werden müssen. Eigentlich nicht unbedingt fair, denn wenn weniger entsorgt werden muss, wird die Umwelt auch nicht so stark beastet.

"Iss dich glücklich!" hieß es im zweiten Vortrag. Melanie de Jong und Denise Loga gaben Clean Eating Tipps. Dies ist ein Thema, was mich momentan persönlich betrifft. Aus gesundheitlichen Gründen bat mich mein Arzt meine Ernährung um zu stellen. Für meine angestrebte basische Ernährung konnte ich ein paar gute Tipps mitnehmen. Beim Clean Eating geht es darum die Nahrungsmittel ohne viel Salz und Geschmacksverstärker zu verarbeiten. All diese chemischen Zusätze setzen den Körper immer mehr zu, und irgendwann kommen dann die Probleme - wie in meinem Fall. Natürlich habe ich nicht nur Fastfood gegessen, aber richtig ausgewogen war es auch nicht. Nun bekomme ich selbst schon bei Soßenbindern Probleme mit dem Magen.

Die beiden Mädels stellten das Clean-Eating-Prinzip in Verbindung mit einer veganen Ernährung vor, räumten mit Vorurteilen auf und gaben Tipps zum entspannten Einkaufen und Kochen: Einfach mal in der Mittagspause den Einkauf erledigen und auf dem Wochenmarkt vorbeischauen. Das spart Zeit und man muss sich nach dem Feierabend nicht noch einmal aufrappeln. Regionale und saisonale Bioprodukte sind ein Muss. Sie sind besonders frisch, gesund und gut für das eigene Wohlbefinden.

Ich möchte  kein Veganer werden, aber ein solcher Vortrag ist immer sehr motivierend, etwas an seiner gewohnten Lebensweise zu ändern. Deswegen gibt es beim nächsten Mal etwas mehr zum Thema Ernährung und meine persönlichste Herausforderung in diesem Jahr.

Ihr seht also, dass es nicht schwer ist der Nachhaltigkeit ein bisschen Platz in eurem Leben einzuräumen.
  • Trennt euren Müll und schaut, was an Papier und Plastik noch einmal verwendet werden kann. Seid kreativ!
  • Überlegt euch zweimal, ob ihr Plastiktüten wirklich benötigt (z.B. beim Obst- und Gemüsekauf usw.).
  • Kauft, sofern es euch möglich ist, Bioprodukte aus regionalem Anbau, oder baut euch auf dem Balkon oder im Garten euer Lieblingsobst oder -gemüse selbst an.
  • Fahrt öfter mit dem Fahrrad.
  • Es geht ein oder zwei Tage in der Woche auch mal ohne Fleisch und Fisch.
Das sind  keine großen  Aufgaben, aber für mich sind es relativ einfach zu bewältigende Ziele, die mir ein besseres Gefühl geben. Und wie heißt es doch so schön: steter Tropfen höhlt den Stein. :)

Weiterführende Links:

1 Kommentar:

  1. Klingt super und ich bin echt neidisch, dass es den Heldenmarkt nicht bei uns in Köln gibt. Aber mal sehen, sicherlich findet sich hier in der Umgebung auch was.

    Tipp beim Soßenabbinden: Reine Maisstärke statt Mehlschwitze oder einfach einkochen lassen... dann wird sie besser :)
    Clean Eating finde ich irgendwie witzig... bedeutet eigentlich ja nur, dass man selbst kocht und auf seine Zutaten achtet. Schade, dass wir in der heutigen Zeit dafür ein eigenes Wort benötigen.

    Bei den Worten über Geräte, die sich gar nicht mehr öffnen lassen, musste ich an meine letzten Smartphones denken, die alle relativ schnell kaputt gingen und überhitzen. Mein aktuelles, das ich hoffentlich ganz lange nutzen kann, weil ich es so sehr mag, kann man wieder öffnen. Im Notfall könnte ich also den Akku einfach austauschen... das ist heute ja schon sehr selten.

    Die Reifengürtel und Disketten-Büchlein auf dem Photo sind soooooo cool! Weißt du zufällig, wie man Disketten stanzen kann?

    Für meine Pflänzchen nutze ich mit Vorliebe Eierkartons, die Mama sonst im Hotel wegwerfen würde, weil wir sie nicht an die Eierhändlerin zurückgeben dürfen. Die kann man einfach miteinbuddeln und verrotten und tun der Erde damit noch was gutes :) Ansonsten nutze ich wie du Milchkartons, kleine Töpfchen von Flüssigsahne und Blechdosen von Tomatenmark und Co für meine Pflänzchen.

    Trotzdem finde ich es schade, dass es viele Dinge im Supermarkt einfach nicht plastikfrei gibt.
    Milch kaufen wir in Glasflaschen, flüssige Sahne in Glasflaschen scheint es aber nicht zu geben, jedenfalls nicht im fußläufigen Umkreis.

    Bei Dingen die ich neu kaufe versuche ich möglichst langlebige Materialien zu holen, oder bei so Dingen wie einer Handkaffeemühle erst einmal rum zu fragen, ob nicht jemand noch eine abzugeben hat.


    C&A verzichtet jetzt auch auf die kostenlose Plastiktüte und ich glaube immer mehr Firmen machen mit.
    Als die Verkäuferin mir und Mama das sagte, dass es die jetzt nicht mehr umsonst gibt, haben wir sie nur angestrahlt und gesagt, wie super wir das finden (Die hat echt komisch geguckt). Ich finde es zwar toll, mit vollen Taschen aus der Stadt zu kommen, aber ich fand es immer doof, dass jeder Depp gesehen hat, wo ich shoppen war. Und diese Plastiktüten sind doch deutlich unangenehmer zu tragen, als einen Rucksack.
    Wobei das mit dem Shoppen jetzt auch weniger werden soll... möchte auch bei Kleidung auf das "Woher und Wie" achten, und dann werden die einzelnen Teile direkt teurer. Aber ich glaube das ist es wert.


    ...so... nun aber genug getippt :D

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