Dienstag, 14. Juni 2016

Es ist ein Kraut gewachsen #02: aus dem Balkongarten

Mittlerweile ist der Juni angebrochen und aus meinem Balkon ist eine kleine grüne Oase geworden. Meine Freude darüber möchte ich gerne mit dir teilen, denn es wächst alles so wunderbar, dass ich immerzu darüber nachdenke, was ich mit den ganzen Kräutern machen soll. Es gibt nichts Schöneres als festzustellen, dass sich die Pflanzen bei einem wohl fühlen. Sie haben ein Heim auf meinem Balkon gefunden, nutzen mir und den Insekten. In diesem Beitrag möchte ich dich inspirieren, wie du schnell und einfach Kräuter konservieren oder aus ihnen kleine Mitbringsel für Freunde herstellen kannst.

Kräuter trocknen

In einer luftigen Ecke meiner Wohnung mit indirekter Sonneneinstrahlung habe ich an die Gardinenstange einen einfachen Bindfaden befestigt. Dort werden die Kräuter in kleinen Bündeln zum trocknen aufgehangen. Sowohl Thymian als auch meine Erdbeerminze machen dort eine sehr gute Figur. Ein paar Tage benötigen sie, bis sie völlig ausgetrocknet sind. Danach lassen sich die Kräuter ganz einfach in luftdichten Behältern lagern bis sie Verwendung finden.
Du kannst deine Kräuter natürlich auch im Backofen trocknen. Gerade im Herbst oder Frühling, wenn das Trocknen an der Luft zu lange dauern würde, bietet sich diese Methode an. Für Kräuter reichen ca. 30-50 °C für ein paar Stunden. Die Ofentür muss leicht geöffnet sein. Ich stecke immer einen Holzlöffel dazwischen. Hast du noch einen recht alten Herd, ist das natürlich ein großer Energieverbrauch, aber wenn du das nicht täglich machst, fällt das nicht so sehr ins Gewicht.
Ich habe es vor ein paar Tagen benutzt, als mein Freund ohne Vorwarnung Holunderblüten mitbrachte und ich auf die Schnelle keine Möglichkeit hatte Gelee oder Sirup daraus zu machen. Also habe ich sie getrocknet und Tee daraus gemacht. Ich wollte sie ja auch nicht verwelken lassen. :)

Rezept:
10-20 Holunderblütendolden
2 Äpfel
ein paar Blätter Erdbeerminze

Wenn du alle Komponenten trocknest, hält sich der Tee mehrere Monate. Einfach 1-2 Teelöffel in Teefilter geben und mit heißem Wasser aufgießen. Der Tee hat ein sehr sanftes Aroma und eignet sich gut für die Sommermonate.

Kräuter einfrieren


Bei dieser Methode kannst du frische Kräuter ganz schnell haltbar machen und musst nicht erst warten, bis sie trocken sind. Du sammelst einfach Blüter oder Kräuter deiner Wahl und zerkleinerst sie. Dann füllst du sie in einen Eiswürfelbereiter. Die Kräuter können einzeln oder als kleine Mischungen eingefroren werden. Das ist dir überlassen. Die Kräuter übergießt du mit etwas Wasser und dann wandern sie auch schon ins Gefrierfach. Du kannst sie nach ein paar Stunden herausnehmen und die Würfel zerkleinern, um sie dann in Tüten umzufüllen. Natürlich ist es auch möglich sie in der Form belassen und zum Beispiel als Eiswürfel in dein Trinkwasser oder in die Limonade zu füllen.

Auch meine Erdbeerminze wächst freudig vor sich hin und verströmt einen angenehmen erdbeerigen Duft. Damit sie nicht bis an die Decke wächst, habe ich ein paar Stängel abgeschnitten, um sie zu trocknen. Um sie besser binden zu können, musste ich die unteren Blätter abzupfen. Da diese aber zu schade sind, um sie einfach wegzuwerfen, habe ich aus den einzelnen Blättern Eiswürfel gemacht. Bei der nächsten Grillparty haben sie dann ihren großen Auftritt.

Kräutersalz


Mit Salz kann man Kräuter auch ein wenig konservieren. A
ußerdem erntest du ein paar staunende Blicke, wenn du es verschenkst. Dann kannst du auch mit deinem Wissen glänzen und stolz berichten, was alles drin ist und wie du es hergestellt hast.
Da mein Thymian getrocknet war und ich noch Petersilie übrig hatte, habe ich einfach eine Kräutermischung gezaubert. Damit Thymian und Petersilie nicht alleine im Salzbett ausharren müssen, habe ich der wucherndern Kapuzinerkresse ein paar Blätter gemopst. Ich habe alles klein gehackt und dann in das Salz gemischt. Ich habe normales Speisesalz genommen. Wenn du jedoch Meersalz im Haus hast, ist das natrürlich noch ein bisschen feiner und gesünder.
Du nimmst also Kräuter deiner Wahl
und vermengt sie mit Salz. Du kannst auch getrocknete Pilze hinzugeben. Sei kreativ! Ich mische immer frei Schnauze. Es kommt auf deinen Geschmacka an. Willst du kräftige Kräuteraromen, dann nimm einfach wenig Salz. Allerdings solltest du darauf achten, dass sich getrocknete Kräuter im Salz länger halten als frische. Letztere geben immer noch Feuchtigkeit ab und wenn du es flasch lagerst, kann es zu Schimmelbildung kommen. Also am besten ab in den Kühlschrank und relativ zügig aufbrauchen. ;)

Badesalz

Eines meiner absoluten Favoriten, um Blüten und Kräuter anzuwenden, ist Badesalz. Nicht nur durch die Atemwege gelangen die ätherischen Öle in deinen Organismus, auch die Haut, sorgt dafür, dass du dich nach einem Vollbad wunderbar fühlt. Hinzu kommen natürlich die wertvollen Mineralien des Meersalzes. Es geht schnell und ist günstig herzustellen. (ein Beispiel findet ihr bereits hier)
Da ich mir in der Weihnachtszeit eine Frasertanne auf den Balkon gestellt habe, muss ich nun darauf achten, dass sie nicht zu groß wird. Deswegen habe ich im unteren Bereich die Maitriebe der Tanne abgesammelt, damit sie im Umfang nicht größer wird. Diese habe ich ganz einfach etwas zerkleinert und mit Meersalz in Gefäße gefüllt, damit beides zusammen etwas durchzieht. Du solltest das Salz auf jeden Fall ein wenig an der Luft trocknen lassen, da natürlich aus den Nadeln Feuchtgkeit austritt. Du kannst natürlich die Maitriebe auch ganz lassen und hinterher wieder aus dem Salz sammeln. Aber ich finde es zieht dann nicht so gut durch, denn Tannenndeln geben einen waldigen und zitronigen Duft ab.  Sehr angenehm und erfrischen.

Zusätzlich können zur Hautpflege noch Heilerde oder Natron in deine Badesalzmischung wandern. Wenn du das macht, solltest du die Pulver entweder erst kurz vor der Anwendung hinzugeben oder darauf achten, dass euer Badesalz trocken ist. Ansonsten hast du nachher einen unschönen Klumpen im Glas.


Viel Spaß beim ausprobieren.

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