Mittwoch, 30. November 2016

Wenn die Sinne sich wohlfühlen



DIY-Projekte für alle Sinne zur kalten Jahreszeit

Der 31. Oktober war ein ganz besonderer Tag. Halloween bzw. Samhain sollte der Geburtstag von SelbstSein mit den Stadt-Land-Fluss-Frauen sein. In dieser Nacht stehen nicht nur die Tore in andere Welten offen, sie bezeichnet auch den Übergang vom alten zum neuen keltischen Jahr. Bei den Kelten begann also ein neues Jahr und für SelbstSein ein neuer Abschnitt. Wir sind vier junge Frauen, vom Land und aus der Stadt, auf der Suche nach uns selbst und nach Möglichkeiten unser Leben so zu gestalten, dass die Umwelt vielleicht ein klein wenig besser wird. 



Zur Feier des Tages haben wir uns im nördlichsten Stadtteil von Köln getroffen, um uns gegen die dunkle Jahreszeit zu wappnen. Wir wollten nicht nur etwas für unser Wohl tun, sondern in einem auch gleich ein wenig upcycling betreiben. In dieser mystischen Halloweennacht wurden Jogurtbecher zu Kerzenformen, die letzten Kräuter aus dem Garten zu wunderbaren Duftstoffen und einfaches Bienenwachs zu tollem Christbaumschmuck. So entstanden viele schöne Dinge zum Verwöhnen und Verschenken für den kleinen Geldbeutel. Wir zeigen euch wie auch ihr bei euch ein wenig für Wellness für die Sinne sorgen könnt.
  
Für dunkle Abende ein Licht - Kerzen selber gießen

Ihr benötigt:
- Behältnisse für ein Wasserbad und für das Wachs
- Kerzenreste für das Wachs
- Ätherische Öle (zum Beduften der Kerzen)
- Kräuter, Glitzer (zum verzieren)
- Docht
- Plastikbehälter als Form
- etwas Knete zum Abdichten der Form
- Holzspieße (zum Docht befestigen)

WICHTIG: Wachs bei niedriger Hitze schmelzen und nicht unbeaufsichtigt lassen! Bleibt in der Küche, haltet den Herd im Auge, dann kann nichts passieren.




Als erstes ordnet ihr euer Wachs nach Farbe und schmelzt die gewünschte Farbe in einem Wasserbad. Das Wasser sollte nicht kochen, da sonst das Wachs verdampft. Am Besten legt ihr eure Arbeitsplatte mit Alufolie aus oder arbeitet mit einem Backblech. So lässt sich das Wachs, wenn es beim eingießen daneben geht später problemlos ablösen.
Auf dem Backblech könnt ihr später die gefüllten Kerzenformen sicher transportieren. Während das Wachs schmilzt könnt ihr die Formen vorbereiten. Hierfür eignen sich besonders gut leere Jogurtbecher oder ähnliche Plastikbehälter. Es gibt natürlich auch Kerzenformen zu kaufen, diese sind jedoch recht teuer. Verwendet ihr Jogurtbecher tut ihr zum einen etwas für die Umwelt und zum anderen habt ihr ein paar außergewöhnliche Formen. Wenn ihr später beim Auslösen der Kerze geschickt und vorsichtig vorgeht, könnt ihr die Behälter sogar nochmal verwenden. In die Behälter macht ihr unten ein Loch rein. So könnt ihr den Docht dort hindurchfädeln und mit der Knete befestigen. Damit der Docht straff bleibt, bindet ihn an ein einfaches Holzstäbchen und legt dies auf den Becher. 

   









Zwei kleine Dinge gibt es zu beachten. Damit eure Kerze später nicht rußt, sollte der Docht nicht zu groß gewählt sein und möglichst das V-Muster mit der Spítze nach unten zeigen. Ist das Wachs flüssig, könnt ihr es beduften (wenn gewünscht) und in die Formen füllen. Wir haben noch etwas Sternanis und Kräuter in einige der Kerzen gefüllt. Das sieht nicht nur gut aus, sondern duftet auch herrlich.
Ihr wollt eine mehrfarbige Kerze haben? Kein Problem. Für eine Schichtkerze schmelzt ihr erst einmal eure erste Wunschfarbe und füllt sie in den Behälter. Während die erste Schicht etwas aushärtet, könnt ihr die zweite Farbe einschmelzen. Diese gießt ihr dann vorsichtig auf die erste Schicht. Diese Prozedur wiederholt ihr so oft bis die Form gefüllt ist. Jenachdem wie fest ihr die einzelnen Schichten werden lasst, entstehen gerade Kanten oder Farbverläufe.
Probiert euch einfach aus. Meistens kommen ganz tolle Dinge dabei raus, auch wenn ihr es vielleicht nicht so beabsichtigt habt.
Das flüssige Wachs ist nun in der Form. Da es Ende Oktober schon recht kühl ist, kann man die Kerzen sehr gut auf dem Balkon abkühlen lassen. Bei uns hat eine Nacht vollkommen ausgereicht. Ihr seht also, dass es gar nicht so schwer ist, eigene Kerzen herzustellen.




Es müssen nicht immer gekaufte Kerzen sein. Und stellt euch mal vor, wie Beeindruckt eure Freunde und Verwandte sein werden, wenn sie eine selbstgegossene Kerze geschenkt bekommen!




Rein und duftend muss es sein - Seife selber machen

Wir haben die Seife ohne Natronlauge hergestellt. Dies ist gesünder für unsere werdende Mama in der Gruppe, zudem ist es einfacher und auch Kinder können ganz einfach mithelfen. Ihr benötigt als wichtigsten Bestandteil etwas Rohseife. Wir haben uns für einfache Kernseife entschieden, die es in gut sortierten Drogeriemärkten zu kaufen gibt. Diese Rohseife muss mit etwas Flüssigkeit geschmolzen werden. Dann könnt ihr weitere Zutaten, wie Öle, Düfte und Farben hinzugeben. Ist die gewünschte Mixtur fertige, gießt ihr die flüssige Seife in eine Form. Dazu eigenen sich einfache Backformen aus Silikon oder Plastkbehälter ganz gut. Anschließend muss die Seife auskühlen udn aushärten.
Folgende Seifen haben wir hergestellt:
P.S: Achtet beim Seifenkauf darauf, dass eure Ausgangsseife möglichst geruchsneutral ist! 



Auch bei Seifen gilt: Herd im Auge behalten!
Honigseife:
- 300 g Kernseife/Rohseife
- 2 EL Bienenwachs
- 2 EL Honig
- 3 EL Milch
- 3 EL Pfanzenfett

Kaffeeseife:
- 300 g Kernseife/Rohseife
- 1 Tasse aufgebrühten starken Kaffee samt Kaffeesatz
- 3 EL Milch
- 3 EL Pflanzenfett

Teeseife:
- 300 g Kernseife/Rohseife
- 1 Tasse aufgebrühter starker schwarzer Tee mit Bergamotte
- 3 EL Pflanzenfett
- beduftet mit Rosenholzöl (je nach Geschmack)
- Früchtetee zur Verzierung

Kastanienseife:
- 300 g Kernseife/Rohseife
- 300 ml Kastaniensud
- 3 El Olivenöl
- beduftet mit Bergamotte udn Rosenholzöl
- Farbpigmente zum einfärben

Die Mengenangaben haben für uns gut funktioniert. Sie können aber natürlich beliebig abgeändert werden. Natürlich könnt ihr euch auch eigene Rezepte raussuchen, bzw. mit anderen Ölen u. ä. experimentieren. Als Formen haben wir kleine Back- und Muffinformen aus Silikon und eine alte Plastikschale verwendet. Die Seifen waren anfangs sehr weich. Doch je länger sie liegen, desto härter werden sie. 




Duftende Mineralien für den Körper - Badesalz

Zu den am einfachsten herzustellenden Wellnessgeschenken zählt selbstgemachtes Badesalz. Aus der Drogerie oder dem Lebensmittelregal benötigt ihr lediglich Meersalz oder neutrales Badesalz (z.B Rossmann oder DM: »Totes Meer Badesalz«) und je nach euren Wünschen Duftöl und Farbe. Letztere sind teilweise auch schon in der Drogerie erhältich. Wollt ihr etwas ausgefallenes machen, könnt ihr ganz einfach auf diverse Internetanbieter zurückgreifen. Desweiteren benötigt ihr natürlich Behälter, wo ihr das Badesalz reinfüllen könnt. Hierfür eignen sich alte Weck- oder Marmeladengläser ganz wunderbar. Um euch ein wenig zu inspirieren, sind im Folgenden unsere Badesalze aufgeführt. Ihr werdet dort keine Mengenangaben finden, da ihr euer Badesalz je nach Bedarf mischen könnt. Duft und Farbe unterscheiden sich je nach Geschmack, deshalb möchten wir auch hier nichts vorgeben. 


Badesalz 1
- Totes Meer Salz
- beduftet mit Bergamotte- und Rosenholzöl
- gemischt mit schwarzem Tee mit Bergamotte
- Farbe: rosa
Julchen findet: Erinnert an verrückte Teegesellschaften, opulente Kleider und Kristallleuchter.

Badesalz 2
- Totes Meer Salz
- beduftet mit Kiefernadel-, Zitroneneucalyptus- und Eucalyptusöl
- Farbe grün
Julchen findet: klassisches »Erkältungsbad« das beruhigt und entspannt wie ein Waldspaziergang

Badesalz 3
- Totes Meer Salz
- beduftet mit Zimt-, Orangen- und Rosenholzöl
- gemischt mit Zimtpulver
- Farbe: pink und gelb gemischt ergeben einen schönen Orange-Pfirsischfarbton
Julchen findet: Perfekt für die Weihnachtszeit, nach einem stressigen Einkauf.

Badesalz 4
- Totes Meer Salz
- beduftet mit Lavendel
- gemischt mit Lavendelblüten
- Farbe lila
Julchen findet: Ein Muss für Lavendelfans. Sieht im Glas wunderschön aus und das ganze Bad duftet, wenn man das Glas etwas offen stehen lässt.




Duftende Adventszeit - Christbaumanhänger aus Bienenwachs

Mit der ganzen Familie Christbaumanhänger basteln - das wäre doch was!? Wir zeigen euch, wie das geht.
Ihr benötigt:
- Bienenwachs
- Plätzchenformen
- Zimtstangen, Sternanis - Bindfaden oder Schleifenband
- Backblech und Backpapier



Während die Erwachsenen das Bienenwachs im Wasserbad schmelzen, können die Kleinen das Backblech mit Backpapier auslegen und sich ein paar Formen aussuchen. Je nach Größe der Formen müssen die Zimtstangen noch etwas zerkleinert werden. Anschließend wird das flüssige Wachs in das Backplech gegossen. Nur so dünn, dass der Boden geradeso bedeckt ist. Während das Wachs langsam antrocknet, drückt ihr die Formen hinein. Durch das fest werdende Wachs, bekommen diese Halt. 



Die Formen werden mit dem restlichen Wachs aufgefüllt. Nun können die Kleinen die Gewürze in das Wachs geben. Geht Wachs daneben ist das nicht schlimm. Ihr könnt es, nachdem es ausgehärtet ist, ablösen und wiederverwenden.
Die Formen sollten nun an einen kühlen Ort gestellt werden. Ein Balkon eignet sich sehr gut. Ihr solltet euer Werk jedoch abdecken, da Vögel gerne an das Wachs gehen. Dies ist gut für ihre Fettschicht.
Sind die Anhänger hart geworden, könnt ihr die vorsichtig aus den Formen lösen. Gelingt dies nicht, packt sie einfach etwas in den Tiefkühler. Dann dürfte es ganz einfach gehen.
Als letztes wird mit einer heißen Nadel ein Loch in den Anhänger geschmolzen. Ist das Band befestigt könnt ihr die Anhänger mit der gesamten Familie an den Baum hängen.


Es ist nicht schwer in der dunklen Jahreszeit etwas Zeit mit der Familie zu verbringen oder anderen eine kleine Freude zu machen. Mit ein bisschen Geduld und Kreativität lassen sich so wunderbare Dinge herstellen, die jedem Beschenkten in Staunen versetzen wird. 

Viel Spaß beim nachmachen 
wünschen die Stadt-Land-Fluss-Frauen

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