Sonntag, 25. Dezember 2016

Aus Anki's Schreibstube: die erste Rauhnacht

01. Rauhnacht (Januar)
"Altes abschließen"


Quelle: pixabay

Heilig Abend ist nun vorrüber. Ich hoffe ihr hattet alle ein paar besinnliche Stunden. Nun beginnen offiziell die Rauhnächte - eine Zeit voller Geschichten, stillen Momenten und Augenblicke für euch selbst. Sie verbinden die Vergangenheit und die Zukunft miteinander und halten diese in Balance. In dieser Zeit fällt es euch leichter tief in euch zu lauschen, an der Quelle, nach Altlasten zu suchen. Vielleicht findet ihr auch am 25. Dezember zwischen Frühstück und Gänsebraten ein bisschen Zeit, um ein wenig runter zu kommen, bevor ihr von der Verwandtschaft überollt werdet. Denn in der ersten Rauhnacht solltet ihr euch Zeit nehmen, zurückzublicken um altes Abzuschließen.
Welche Erfahrungen habt ihr im vergangenen Jahr gemacht?
Welche waren wichtig für euch?
Welche Menschen haben euch auf euren Weg begleitet oder dieses sogar verlassen?
Gab es für euch schlechte Angewohnheiten oder gute Gewohnheiten?

Ich habe dies zur Wintersonnenwende am 21. Dezember schon mit dem Transformations-Ritual gemacht. All die Themen, die ich nicht mit ins neue Jahr nehmen wollte, habe ich verbrannt, damit nur die guten Dinge bleiben.
Es ist wichtig, dass ihr euch auch mit dem eigenen Schatten beschäftigt. Ihr solltet euch keinesfalls an Fehler klammern, sie bereuen oder euch gar dafür schämen. Akzeptiert das was war. Als Mensch seid ihr nicht unfehlbar. Habt Zuversicht, dass es im neuen Jahr besser wird und lasst diesen alten Ballast einfach ziehen.
Die erste Rauhnacht steht in Verbindung mit dem Januar. Das Sternzeichen ist der Steinbock. Ihr habt heute die Chance neue Kraft zu sammeln. Mit seiner Stärke könnt ihr euch ohne Sorgen neuen Herausvorderungen stellen, selbst wenn das Terrain einem unwegsam scheint. Eure Reise wird ab heute jedoch leichter werden, wenn ihr nicht zurückblickt. Ohne das Schlechte des letzten Jahres lässt es sich gleich viel angenehmer reisen.

Die Arbeit mit der Rauhnacht


Quelle: pixabay

Wie gelingt es euch Altlasten loszulassen?

Räucherungen
Man sagt alten Gemäuern nach, dass sie Energien und Gefühle speichern können. So ähnlich verhält es sich in unseren Wohnungen. Alles was darin passiert, hinterlässt Spuren. (Und damit meine ich nicht die Unordnung nach einer Küchenschlacht.) Schlechte Energien und unangenehme Gerüche könnt ihr mit einer Räucherung entgegentreten. Wählt einen Duft, der für euch angenehm ist. Mit einer Räucherschale oder einem Rächerstäbchen geht ihr durch die Wohnung. Macht vorher die Fenster auf, damit der Rauch alles Negative binden und hinaus tragen kann. Wer möchte kann dazu ein paar Worte sprechen. "Schlechtes hinaus, Glück herein!" Das ist aber kein Muss. Meistens fühlt man sich einfach besser, wenn die Essensgerüche von gestern, oder der Mief von letzter Nacht weg ist.

Meditation nach Valentin Kirschgruber
"Ausatmen und loslassen"

- Setzt euch aufrecht und entspannt auf einen Stuhl oder auf den Boden. Schließt die Augen und lenkt euer Bewusstsein auf den Atem. Wenn es euch schwerfällt, dann richtet eure Aufmerksamkeit erst einmal auf eure Bauchdecke. Sie bewegt sich beim Atmen - hebt und senkt sich. So wird euch bewusst, dass frische Luft in euren Körper und alte wieder hinaus fließt. Wer von euch Yoga praktiziert, wird diese Atemübungen bereits kennen.
- Versucht dabei nicht euren Atem zu verändern. Es ist egal, ob er schnell, langsam oder ganz gleichmäßig ist. Es spielt keine Rolle. Jeder atmet anders. Euer Atem ist euer Atem.
- Beobachtet euren Atem einige Minuten. Es wird sicher nicht lange dauern bis Gedanken auftauchen. Wenn ihr anfangt zu denken, solltet ihr euch das bewusst machen. Ihr akzeptiert den Gedanken und schickt ihn mit dem nächsten Ausatmen hinaus. "Was mache ich heute zum Abendessen?", ist zwar eine berechtigte Frage, hat aber in der Meditation nichts zu suchen. An dieser Stelle habe ich einen Tipp für euch. Es hilft mir immer ungemein, wenn ich die länge meiner Atemzüge zähle. So bin ich mit zählen beschäftigt und denke nicht an andere Dinge. Ihr könnt aber auch einfach immer wieder in eurem Geiste folgende Worte sagen: "Einatmen. Ausatmen." Da sfunktioniert wie das Zählen.
- Nutzt die Ausatmung, um euren Geist zu entspannen. Wenn Erinnerungen kommen, nehmt sie einfach wahr und lasst sie mit dem nächsten Ausatmen einfach los. Ebenso verhält es sich mit Bildern, inneren Dialogen, Pläne oder Sorgen. Bemerkt sie und lasst sie anschließend los.
- Um für Neues bereit zu sein, müsst ihr das Alte abschließen. Und das Alte sind eure Gedanken. Denn selbst wenn es Gedanken an die Zukunft sind, nähren sie sich doch immer aus euren Erfahrungen und Erlebnissen. Ihr Ursprung liegt also in der Vergangenheit. Für diese Übung ist es wichtig, dass ihr versucht euer Denken abzustellen. Erst, wenn ihr in die Tiefe eurer Seele lauscht, kann etwas Neues entstehen.
- Bleibt einige Minuten in dieser Übung: Atmen - die Gedanken beobachten, wenn sie auftauchen - und beim Ausatmen diese loslassen.
- Um die Meditation zu beenden, richtet ihr eure Aufmerksamkeit für einen Augenblick auf eure Körperhaltung. Wie fühlt sich euer Körper an? Atmet anschließend tief durch und öffnet eure Augen.

Die Meditationsübung mag einfach erscheinen - ist sie aber nicht. Schon wenn ihr euch nicht komplett darauf einlassen könnt, bleiben immer Zweifel. Lasst also auch eure Bedenken los. Vertrocknete Blätter müssen abgeschnitten werden, damit die Pflanze genügend Kraft für neue Triebe hat. Genauso verhält es sich mit euren Gedanken. Alles, was euch keine Kraft für eure Aufgaben und Ziele liefert, solltet ihr loslassen.

Mein persönliches Rauhnachttagebuch
An dieser Stelle werde ich euch ein wenig von mir erzählen. Wie habe ich die Rauhnacht verbracht? Wie ist es mir mit der Meditation ergangen? Alles was mir im Rahmen der Rauhnächte geschieht, schreibe ich euch. Es soll als Anregung und Motivation dienen, auch wenn ihr solchen Bräuchen, wie den Rauhnächten nichts abgewinnen könnt. Womöglich ist trotzdem die ein oder andere Sache dabei, die euch zu weniger Stress und zu einem besseren Wohlbefinden führen.
Die erste Rauhnacht lief ähnlich wie der Heilige Abend recht unspektakulär ab. Ich habe alles ein wenig ruhig angehen lassen. Nachdem ich gestern den halben Tag auf Arbeit verbracht habe, brauchte ich nun ein bisschen, um runter zu kommen. Zudem hat kam pünktlich zu Weihnachten die eigentlich schon lange erwartete Erkältung. Mit einer ständig laufenden Nase und Niesattacken kann man sich kaum konzentrieren. So habe ich auch auf die Meditation verzichtet und mich stattdessen für ein Erkältungsbad entschieden. Und weil es von meiner ersten Rauhnacht leider nicht viel zu berichten gibt, möchte ich noch einige Worte zu Ritualen verlieren. Menschen mit einer regen Phantasie denken bei Ritualen gerne mal an seltsam gekleidete Gestalten, die um ein Feuer springen, Tiere opfern oder diverse Zauber zusammenbrauen. Das mag zwar ein wenig übertrieben scheinen, jedoch soll es als Kontrast stehen, für die täglichen Rituale, die wir täglich machen: jeden Morgen die Zeitung lesen und dazu einen Kaffee. Jeden Mittag bei dem selben Bäcker vorbeigehen und etwas Süßes kaufen. Auch der tägliche Abendtee läuft unter dem Begriff Ritual. Ein Ritual ist eine Tätigkeit, die wir regelmäßig machen, die mehr oder weniger formellen Regeln unterliegt. Es muss weder besonders festlich, feierlich oder religiös sein. Es muss einfach nur für euch stimmig sein und euch zufrieden stimmen. Ein Ritual kann für euch im Alltag eine kleine Auszeit bedeuten. Ihr könnt Rituale für euch selbst haben oder welche in denen ihr mit eurer Umwelt interagiert. Es lohnt sich einmal darauf zu achten, was ihr regelmäßig mit vollem Bewusstsein tut. Für mich ist es die Tasse Tee am Abend, nachdem ich mit meinen Eltern telefoniert habe, die beinahe jeden Tag gegen 20 uhr anrufen.
Bei uns ist die Familienbindung sehr stark. So haben wir unsere eigenen kleinen Familienrituale. Sie sind mit der Zeit einfach entstanden. Sonntags treffen wir uns meistens bei meinen Eltern mit den Omas zum Essen. Anschließend wird etwas gespielt (Karten, Mensch-ärgere-dich-nicht usw.) oder wir gehen spazieren. Auch Weihnachten gibt es kleine Rituale. Früher haben mein Papa und ich ein paar Tage vor Weihnachten den Baum geschmückt. Seit ein paar Jahren mache ich das alleine. Gerne werfe ich meine Eltern dann auch aus dem Raum, damit sie überrascht sind. Gedichte und Lieder gibt es nicht wirklich bei uns. Dafür ließt immer einer eine Geschichte vor, es gibt ein paar kleine Rätsel und es gibt ein Jahresfotobuch, welches wir gemeinsam durchblättern - ein Jahresrückblick so gesehen. Zudem gibt es einen Feiertag an dem wir Kinder etwas für unsere Eltern Kochen.
Wie ihr seht gibt es ganz viele Rituale, die nicht unbedingt etwas mit Esoterik zu tun haben. Überlegt doch mal, was für euch wie selbstverständlich erscheint. Meistens sind auch dies Rituale. Gibt es Rituale bei euch? Vielleicht solltet ihr welche einführen? Denn gerade das, was für euch wichtig ist, solltet ihr regelmäßig in eure Tagesablauf mit einbauen. Kleine Rituale als Wohltat für eure Seele.

Vielleicht möchtet ihr mir von euren Ritualen erzählen?
Eure Anki

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen