Donnerstag, 29. Dezember 2016

Aus Anki's Schreibstube: die vierte Rauhnacht

Quelle: pixabay

Die 04. Rauhnacht (April)
"der inneren Weisheit vertrauen"


Was heute passiert, steht für die Launenhaftigkeit des Lebens. Auch das Wetter ließ uns heute seine Launen spüren. Aber eigentlich geht es viel mehr um unser persönliches Leben. Es wird begleitet von vielen gegenseitigen Zuständen: Gewinn - Verlust, Freude - Trauer, Gesundheit - Krankheit oder Erfolg - Misserfolg. Meist treten sie willkührlich auf. Es ist zwar möglich durch unser Handeln großen Schaden von uns abzuwenden, oder manche Fehler zu vermeiden, aber im Grunde sind wir machtlos gegen die sogenannte höhere Gewalt im Leben: ob es nun die Idioten im Straßenverkehr, Terroristen oder Naturlatastrophen sind, selbst wenn wir gesund, friedliebend und gewissenhaft leben, können wir nicht verhindern geliebte Menschen zu verlieren. Wir können nicht verhindern, dass auch wir irgendwann alt und krank und irgendwann sterben werden. In den Rauhnächten können wir aber lernen damit umzugehen und es zu akzeptieren.

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Träume in den rauhen Nächten
Eine Möglichkeit sich mit seinem tiefsten Inneren zu beschäftigen, sind eure Träume. Die Träume der Rauhnächte sind etwas ganz Besonderes. Schon unsere Ahnen haben auf die Botschaften ihrer Träume geachtet. Was wir in der ersten Rauhnacht träumen steht mit dem ersten Monat (also Januar) im neuen Jahr in Verbindung, die zweite Nacht mit dem Februar usw. Die Träume bis Mitternacht stehen für die erste Hälfte des Monats, Träume nach Mitternacht für die Zweite.
Solltet ihr euch an einen Traum erinnern, solltet ihr intuitiv versuchen, die Bedeutung der Traumszenen zu erfassen. Solltet ihr mitten in der Nacht aufwachen, notiert euch kurz, was ihr noch wisst, damit der Inhalt in der nächsten Traumphase nicht verloren geht. (Hierfür eignet sich auch euer Rauhnachttagebuch)
Stellt euch folgende Fragen:
Was passierte im Traum?
Was sind meine Gefühle?
Auf was könnten sie hinweisen?


Die Sprache der Träume zu verstehen ist nicht einfach, daher existiert in allen Kulturen eine Faszination für die Traumwelt. Träume verbinden wir mit den tieferen Ebenen unseres Seins. Sie gehören zu unserer Persönlichkeit. Die richtige Deutung kann helfen richtige Entscheidungen zu treffen oder Gefahren zu erkennen. Aber wie kann ein Traum gedeutet werden?
Es ist einfach nicht damit getan auf archäotypische Traumgestalten zurückzugreifen und damit zu versuchen den Traum zu deuten. Es steckt viel mehr persönliches dahinter. Anhand der Träume können wir herausfinden welche Probleme und Möglichkeiten wir haben. Was stehen für Herausforderungen an? Wie sieht der richtige Weg aus?
Euer Alltagsbewusstsein hat darauf meist keine Antwort. Die Kunst besteht darin Kontakt zum inneren Ich aufzunehmen.

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Worauf solltet ihr achten?
- Auf jeden Fall solltet ihr keine Deutung erzwingen. Könnt ihr euch nicht genau an den Traum erinnern oder ist er zu wirr, seid ihr für die Erkenntnis noch nicht bereit.
- Überlegt für euch, was am naheliegensten ist. Am besten ist es spontane Gedanken zum Traum zu notieren. Spontane Eingebungen sind meist mehr wert als jedes Traumlexikon. Achtet auf die Gesamtsituation im Traum und nicht auf jeden einzelnen Aspekt, denn meist machen einzelne Bestandteile für uns weniger Sinn, als eine zusammenhängende Situation.
- Welche Gefühle hattet ihr im Traum? Freude, Heiterkeit, Begeisterung, Ängste oder Traurigkeit. Was sagen die Gefühle im Traum über euer Leben/Zukunft aus? Weist der Traum auf Wünsche, Sehnsüchte, Bedürfnisse hin?

Mögliche Themen und Inhalte im Traum (nach Valentin Kirschgruber)

Thema: Alptraum
Vor was fürchten wir uns?
Gibt es im Alltag unbewusste Ängste?

Thema: Fallen im Traum
Fliegen oder Schweben kann ein Wunsch auf mehr Freiheiten sein.
Lust auf Abenteuer oder neue Erfahrungen (auch sexuell).

Thema: Flucht
Wovor haben wir im Leben Angst?
Wovor laufen wir wirklich weg? (vor Menschen, Aufgaben, Probleme) Das kann ein Gefühl oder eine Aufgabe sein, die personifiziert in unseren Träumen auftaucht
Scheuen wir uns davor für etwas zu kämpfen oder unser Leben einfach in die Hand zu nehmen?

Thema: Kampf

Streit oder Konflikt im Beruf oder in Familie. Auch innere Konflikte sind möglich. Vielleicht sollen uns so Spannungen, unbewusste Anggressionen oder Wut bewusst werden.

Thema: Wut
Nordgermanisch: Odr (Namensgeber für Odin). Südgermanisch: Wut (Namensgeber für Wutan). Viele Rauhnachtsagen beinhalten die "Wilde Jagd" oder das "wütende Heer" und beschreiben damit den Aspekt der ungezügelten Wut, die aber zugleich befreit und eine erneuernde Qualität aufweist.

Thema: Tod
Der Traum vom eigenen Tod oder Tod eines geliebten Menschen ist seltenst prophetisch. Er ist lediglich ein Hinweis auf Tod und Vergänglichkeit (Vergänglichkeit als eines der zentralen Rauhnachtthemen). Das Alte muss sterben, damit neues Entstehen kann (Erneuerung). Falls im Traum das Thema Tod vorkommt, solltet ihr darüber nachdenken, ob ihr euch nicht von etwas oder von jemandem endgültig trennen solltet.

Thema: Sexualität
Erotische Inhalte spiegeln meistens unerfüllte Bedürfnisse aber auch Ängste wieder. Hier sind Gefühle besonderes wichtig- Sind sie angenehm oder unangenehm? Bedrückende Erfahrungen in Bezug auf sexualität lässt uns Angst davor haben oder uns ekeln. Ekstatische Träume können auch einfach ein Hinweis auf Sehnsucht nach körperlicher Nähe oder reizvolllen Begegnungen sein.

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Ein persönliches Beispiel zur Wintersonnenwende:
Ich habe geträumt, dass ich mit einer Kommilitonin beim Yoga bin, jedoch war mir weder der Kurs noch der Ort bekannt. Auch die Übungen waren mir nicht vertraut. Irgendwann musste ein Teil von uns wegrennen und der andere hat mit schnellen Geschützen auf uns geschossen. Ich bin aufgewacht, als ich mich nicht in Sicherheit bringen konnte. Später war ich mit meiner besten Freundin an diesem Ort, nun war es jedoch ein Restaurant/Café.
Meine Gefühle waren teilweise ein wenig unangenehm, da mir die Situation unbekannt war und auch das Essen mir nicht angemessen schien.
Was bedeutet dieses Wirrwar also für mich?
Seid diesem Jahr mache ich Yoga. Immer nehme ich mir vor, regelmäßig daran zu arbeiten und Sport zu machen, aber irgendwie habe ich es bisher nie gebacken bekommen. Mein innerer Schweinehund ist da sehr penetrant. Des Weiteren wollte ich meine Ernährung bessern und umstellen, aber auch mit mäßigem Erfolg. Stress ist kein guter Begleiter, wenn man gesünder leben will.
Was kann mir mein Traum also sagen?
Der Wunsch etwas zu ändern besteht weiterhin und ich sollte meine Pläne im neuen Jahr intensiv verfolgen, dann würde wahrscheinlich auch das unangenehme Gefühl verschwinden. Das unangenehme Gefühl kommt daher, dass ich oft an Verspannungen im Nacken und Schultern leide, manchmal so schlimm, dass mir fast etwas schwummrig ist. Mein Arzt hatte daher weniger Stress und Yoga oder Pilates angeordnet. Denn jener Stress schlägt mir oft auch auf den Magen, genauso wie Konservierungsmittel. Durch eine Ernährungsberatung habe ich gelernt, was ich wann essen sollte und was besser garnicht (z.B. Instantrühe oder Sachen mit Glutamat oder Hefeextrakt). Ich kann  damit arbeiten, denn das sogenannte Clean Eating ist keine schlechte Sache. Könnte ich auch auf manche meiner Suchtmittel verzichten, dann würde ich sicher auch fitter sein. (Sprich weniger Cola und mehr Gemüse).
Also sagt mir der Traum nicht, dass ich meine beste Freundin zum essen einladen soll (kann dies ja trotzdem tun), oder dass Yogalehrer gefährlich sind ( ;) ), sondern dass ich nicht davor scheuen soll, jene zwei Themen immer wieder in Angriff zu nehmen. Irgendwann werde ich das sicher schaffen diesen inneren Schweinehund zu überwinden.
Mein heutiger Traum erschloss sich mir weniger. Das einzige was ich noch weiß, ist, dass ich im Zuge eines Übernachtungsgastes Pflanzen gekauft und eingepflanzt habe. Dabei hatte ich das Gefühl, dass diese Arbeit wie eine Art Therapie sei. Eigentlich ganz schön. Und es schließt an den obigen Traum an. Clean Eating und Selbstversorgung sind aktuelle Trends, denen man viel abgewinnen kann. Auch ich. :) Ich versuche immer etwas gutes auf meinem Balkon anzubauen: Kräuter, Gemüse usw. Auch im nächsten Jahr werde ich das weiter verfolgen und es intensivieren. Dies ist sicher auch ein gutes Mittel gegen den Stress und ein Ausgleich zur Masterarbeit.

Das Traumtagebuch:
Möchtet ihr mit euren Träumen arbeiten, ist es sinnvoll sich ein Traumtagebuch anzulegen. Schon das Vorhaben eure Träume aufschreiben zu wollen, verbessert die Erinnerung an das Geträumte. Wenn ihr eure Träume aufschreibt, fällt es leichter zu erkennen, um welches Thema es geht. Mir fiel das auch zu Schul- und Unizeiten leichter mich schreibend auf Prüfungen vorzubereiten. Dann erschlossen sich mir Inhalte und Sachverhalte viel schneller.
Legt euch Zettel und Stift mit ans Bett. Natürlich könnt ihr auch die Notizfunktion eures Smartphones benutzen oder en Digtiergerät. Wichtig ist, dass ihr euch vornehmt eure Träume aufzuschreiben. Und dies solltet ihr tun, sobald ihr erwacht. Bleibt einige Augenblicke noch still liegen, um euch bewusst zu werden, dass ihr geträumt habt und was womöglich der Inhalt war.
Versucht soviel wie möglich zu notieren. Dabei reichen Stichpunkte und Traumfragmente vollkommen aus. Ihr solltet besonders auf Gefühle und Stimmungen achten. Grübelt nicht einzelnen Details nach, sondern schreibt alles auf, was euch spontan einfällt: bestimmte Bilder, Szenen oder Begegnungen.
Spührt den Traum mit eurem spontanen Gefühl nach und schaut, ob dieser Traum interessante Botschaften für euch bereithält.

Eure Anki

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