Dienstag, 27. Dezember 2016

Aus Anki's Schreibstube: die zweite Rauhnacht

02. Rauhnacht (Februar)
"In die Stille lauschen"




Willkommen zur zweiten Rauhnacht. Heute begeben wir uns auf die Suche nach innerer Stille, um alte Denk- und Gedankenmuster abzuschalten. Es ergänzt die gestrige Übung. Mit der gestrigen Meditation habt ihr die Basis für die weitere Arbeit in den Rauhnächten geschaffen. Alles was ihr erlebt habt, ist nicht ohne Grund geschehen und macht euch an Erfahrung reicher. Sie gehören zu euch. Trotzdem ist es nicht ratsam alles mit euch herumzuschleppen. Seht es als große Bleikugel an, die immer größer und schwerer wird, je mehr ihr an vergangenen Geschehnissen festhaltet. Ihr kommt nicht zur Ruhe und macht euch nur kaputt. Das soll keinesfalls bedeuten, dass euch alles egal werden soll. Ihr solltet euch lediglich bewusst werden, was war und dass es nicht mehr geändert werden kann. Was immer euch zu Schaffen macht: Findet es und akzeptiert es. So könnt ihr es abschließen und nach vorne sehen.

Die Arbeit mit der Rauhnacht
Meditation nach Valentin Kirschgruber


Altes loszulassen gelingt nur dann, wenn wir allen äußeren Lärm der Stadt und der Straßen ausschließen. Er ist nur hinderlich auf der Suche nach innerer Stille und Ruhe. Eurer inneren Stille könnt ihr im Rahmen einer Meditaion begegnen. Am besten ihr nutzt dafür die frühen Morgen- oder die Abendstunden, dann ist der ganze Troubel der Feiertage noch fern.

Quelle: pixabay

Ihr könnt euch aussuchen, ob ihr für die Meditation hinaus in die Natur gehen wollt, oder ob ihr bei euch Zuhause ein schönes Fleckchen findet, an dem ihr die äußeren Lärmquellen so gut wie möglich ausschließen könnt.
- Diese Meditation könnt ihr sowohl im Sitzen als auch im Stehen machen. Schließt die Augen und versucht innerlich zur Ruhe zu kommen. Langsam wird sich euer Körper entspannen. Achtet auch darauf, dass eure Schultern und das Gesicht entspannt wird. Dabei hilft es euch, wenn ihr tief und weich atmet.
- Nun lauscht ihr auf Geräusche und Kälnge:
Sind Naturgeräusche zu hören?
Nehmt ihr Tiergeräusche war?
Hört ihr andere Menschen?
Dringen sogar Verkehrsgeräusche an euren Rückzugsort?
Versucht nicht angestrengt nach Geräusche zu suchen - lasst es einfach geschehen!
- Lasst die Klänge einfach durch euer Bewusstsein wehen, so wie der Wind durch due Blätter eines Baumes streicht.
- Anschließend wendet ihr euch den inneren Geräuschen zu.
Gibt es bestimmte Gedanken und Gefühle, die innerlich Lärm bringen? (Ängste, Sorgen, Pläne, Hoffnungen)
- Lauscht nun tiefer! Es existiert eine Stille hinter all den Geräuschen. Könnt ihr diese Stille wahrnehmen?
- Beendet die Meditation in dem ihr euch wieder auf eure Körperhaltung konzentriert
- Anschließend steht noch eine Fragerunde mit euch selbst bevor:
Fällt es euch schwer Geräusche ahrzunehmen, ohne sie zu bewerten? Ordnet ihr die Geräusche einer eingenschaft zu wie gut, schlecht, angenehm oder unangenehm?
Wie erfahrt ihr Stille in eurem Körper?
Könnt ihr Stille inmitten äußeren Lärms erfahren?
Was hindert euch daran?
Versucht die Fragen spontan zu beantworten, einfach aus dem Bauchheraus.

Mein persönliches Rauhnachttagebuch
Da ich diese Rubrik mit dem Namen "Rauhnachttagebuch" versehen habe, sollt ihr nun auch Anregungen bekommen, eines zu führen. Wen der Begriff Tagebuch abschreckt, weil er nicht viel mit autobiogafischen Aufzeichnungen anfangen kann, der kann es auch als Notizbuch sehen. Mit meinem Hang zum Basteln und Gestalten, habe ich mir etwas besonderes ausgedacht. Ich wollte eine Art Erinnerungsalbum habe, in dem nicht nur meine Eindrücke des Tages Platz finden, sondern auch Fotos und andere Dinge, die mir in diesen Tagen in die Hände fallen. Es soll eine Sammlung entstehen, mit der ich auch im laufenden Jahr arbeiten kann und die mich daran erinnert mich regelmäßig um mich und meinen Körper zu kümmern. Ich werde in den zwölf rauen Nächten alles sammeln und am 6. Januar zusammentragen.



Für die praktische Arbeit mit den Rauhnächten habe ich mir ein kleines Notizbuch gebastelt. Das geht ganz einfach und eigentlich braucht ihr dafür auch kein Geld ausgeben. Ihr habt alles, was ihr braucht zu Hause.
Ihr benötigt:
- einfaches Kopierpapier (ihr könnt natürlich auch farbiges Papier nehmen)
- Designpapier für den Umschlag (habt ihr kein schönes Papier, könnt ihr auch einfach selbst etwas gestalten, indem ihr schöne Bilder aus Zeitschriften ausschneidet und sie auf das Cover klebt. So entsteht eine hübsche Collage)
- ein handelsüblicher Gummi für den Haushalt
- Schere, Kleber und Stift
Ihr überlegt euch, wie groß euer Notizheft werden soll. Am einfachsten ist es, wenn ihr das Kopierpapier mittig auf die Größe DIN A5 faltet. Die gefalteten Blätter legt ihr ineinander. Das Designpapier schneidet ihr (wenn es nicht schon die richtige Größe hat) auf DIN A4 zu. Dann könnt ihr auch das Cover einfach in der Mitte falten. Ich habe mein Cover ein wenig größer gelassen, damit es die innenliegenden Seiten auch komplett abdeckt. Es reicht, wenn ihr an jeder Seite einen halben Zentimeter zufügt. Die weißen Seiten legt ihr anschließend in euer Cover. Ihr nehmt den Gummi und zieht ihn vorsichtig so über das Papier, dass die Seiten an der Falz zusammengehalten werden. Und fertig ist euer Notizheft. Ihr könnt ihnm nun noch einen Titel geben oder noch etwas mit Aufklebern oder weiteren Papieren ausgestalten. Für mich reichte die einfache Variante, da ich das Heft wirklich nur für Notizen möchte. Alles weitere findet dann Platz in meinem Erinnerungsbüchlein.





In dem Rahnachttagebuch könnt ihr festhalten, wie euer Tag und eure Nacht war. Achtet auf die Atmosphäre des Tages, das Wetter, was passiert ist und wie ihr euch dabei gefühlt habt. Schreibt alles auf, was ihr für wichtig erachtet und die euch besonders aufgefallen sind. Vielleicht ist es eine besondere Begegnung, die euch nicht mehr loslässt oder gab es eine Situation, die euch emotional besonders beschäftigt?

Das wohl Besondere an meiner zweiten Rauhnacht war das Wetter. Es war sehr wechselhaft: viel Wind, Sonne und Regen. Eine ungemütliche aber sogleich faszinierende Mischung, denn aus dem Zusammenspiel von Sonne und Regen entstehen Regebögen. Am heutigen Tag durfte ich gleich zwei sehen. Na wenn das mal kein Glück bringt. Kann man das so einfach sagen? Wofür steht der Regenbogen eigentlich? In der Kulturgeschichte lässt sich eigentlich überall das Symbol des Regensbogen finden, gespickt mit zahlreichen positiven Attributen. In den Religionen und der Mythologie gilt er als Mittler oder Brücke zwischen der Götter- und der Menschenwelt.
- Die Aborigines versehen in ihrer Schöpfungsgeschichte eine Regenbogenschlange als den Schöpfer der Welt und aller Lebewesen.
- Der Regenbogen ist der Verbindungsweg der griechischen Götter zwischen Himmel und Erde.
- Nach der irischen Mythologie hat der Leprechaun seinen Goldschatz am Ende des Regenbogens vergraben.
- In der Germanischen Mythologie war es die Brücke Bifröst, die Midgard, die Welt der Menschen, und Asgard, den Sitz der Götter, miteinander verband.
- Bei den Inkas vertrat der Regenbogen die Erhabenheit der Sonne.
- Im alten Testament (1. Buch Mose) ist der Regenbogen ein Zeichen des Bundes, den Gott mit Noah und den Menschen schloss. Der Regenbogen gilt als Zeichen des Friedens zwischen Menschen und Gott.
Diese Liste lässt sich noch lange weiterführen. Doch was bedeutet eigentlich der Regenbogen für mich nicht religiösen Menschen?



Ein Regenbogen strahlt eine besondere Harmonie aus und übt bis heute eine große Faszination auf uns Menschen aus. Er ist eine schöne und kurzweilige Ablenkung vom hektischen Treiben des Alltags und den negativen Strömen auf der Erde. Die Farben können as Begleiter des Lebens auf der Erde fungieren. Es ist daher nie verkehrt auch das eigene Leben farbig zu gestalten. Es dient der Heilung der Seele. Ein Regenbogen verkörpert viele Dinge des Herzens: die Vielfalt, die Schönheit, den Frieden und die Gemeinschaft, um nur einige Dinge zu nennen. Welce für euch dazu gehören, könnt nur ihr allein entscheiden. Auf jeden Fall dürfte ein Regenbogen sehr vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Eine Bedeutung bekommt das Wetterphänomen nur dann, wenn ihr ihm eine Bedeutung gebt. Für mich ist ein Regenbogen ein wundersames Schauspiel, welhes in mir einen gewissen inneren Frieden hervorruft. Und auch wenn dieser Frieden auch nur von kurzer Dauer ist, kann er durchaus Balsam für die eigene Seele sein.

Eure Anki

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