Freitag, 3. März 2017

Auf der Suche nach Gelassenheit #1


Quelle: pixabay.de


Ein alter Medizinmann der Cherokee-Indianer sitzt mit seinem Enkel Moki am Feuer. Die Sterne strahlen, das Feuer prasselt und beide schauen lange schweigend in die Flammen. Schließlich lächelt der Alte seinen Enkel an und erzählt ihm die Geschichte von den zwei Wölfen:
"Weißt du, Moki, in unserem Herzen leben zwei Wölfe. Der schwarze Wolf bringt uns Unruhe, Hass, Angst, Kampf und böse Träume. Der weiße Wolf füllt unser Herz mit Ruhe, Liebe, Vertrauen und Frieden. Und immerzu kämpfen diese beiden Wölfe gegeneinander - Tag für Tag."
Der Enkel blickt ins Feuer und denkt darüber nach, was sein Großvater gesagt hat. Schließlich fragt er: "Großvater - und welcher von beiden wird gewinnen?"
Der alte Indianer schweigt eine Weile, dann antwortet er: "Der, den du fütterst, Moki - den, den du fütterst."
*

Füttere deinen weißen Wolf!

Heute beginne ich mit einem Zitat aus dem Buch, was ich mir letztens gekauft habe. Gelassenheit für Anfänger von Aljoscha Long und Ronald Schweppe. Ein wirklich tolles und sehr liebevoll geschriebenes Buch. Aber dies soll keine Buchrezension werden. Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich unbedingt gelassener und entspannter werden und weniger grübeln möchte. Das ist gar nicht so leicht, da ich genau der Typ Mensch bin, der sich gerne mal aufregt und sich zu viele Gedanken macht. Abe wer grübelt denn nicht über seine Zukunft, wenn er vor einer ungewissen Zeit steht, oder macht sich Sorgen um Familienmitglieder. Und nun habe ich den Salat. Schlimme Verspannungen sind die Folge bis hin zu Schluckproblemen beim Essen. Trotz Yoga sitzen die Verspannungen so fest, dass ich nun einen Orthopäden bemühe. Ich brauche dabei professionelle Hilfe. Aber ein Orthpäde wird mir nicht beibringen gelassener zu werden. Also habe ich dieses Buch zu Rate gezogen.

Die Geschichte über den weißen Wolf habe ich dem Buch entnommen, weil ich sie sehr aussagekräftig finde. Jeder müsste diesen Kampf eigentlich kennen. Auch du! Wenn du Angst verspürst, oder dich über jemanden geärgert hast, fühlst du dich nicht besonders gut: dein Gemüt ist erhitzt und dein Körper angespannt. Stress im Beruf oder in der Familie sind auch nicht beosnders förderlich für dein Wohlbefinden. Kein Wunder, dass Burnout zu einer Volkskrankheit wird. Und weil ich nicht dort landen möchte, habe ich nicht nur einen Gang zurückgeschalten. Auch micht plagen Stress, Sorgen und ewige Grübeleien über meine Zukunft. Mein schwarzer Wolf ist mittlerweile sehr gut genährt. Zwar versucht der weiße Wolf immer wieder aus seine Höhle zu kommen, aber die körperliche Kraft ist noch nicht vorhanden. Das muss ich ändern. Begleite mich doch auf der Suche nach Gelassenheit und Entspannung. Vielleicht erhält auch dein weißer Wolf, passend zum Frühling, wieder ein wenig Lebensenergie zurück.



Wie geht es mir im Augenblick eigentlich?


Diese Frage sollten wir uns alle regelmäßig stellen, ansonsten laufen wir Gefahr uns selbst aus den Augen zu verlieren. Natürlich sollst du nicht jede freie Minute damit verbringen nach Dingen in deinem Körper zu suchen, die dir vielleicht zu schaffen machen. Manchmal kneift und zwickt es einfach mal. Aber wenn du dich sowieso schon angeschlagen oder einfach nur unzufrieden fühlst, dann spüre in dich hinein. Es ist dein Körper und der kann dir auch Antworten geben. Ist es höchste Eisenbahn, meldet sich dein Körper automatisch. Ich bin ein gutes Beispiel.
Schon letztes Jahr klagte ich bei meinem Hausarzt über Verspannungen im Nacken. Dieser empfiel mir Yoga oder Pilates - ein Mix aus Bewegung, Dehnung und Entspannung. Eigentlich eine sehr wunderbare Mischung. Kann ich nur jedem empfehlen. Nun - fast ein Jahr später - sind es Verspannungen geworden, die meine Lebensqualität deutlich senken. Die Verspannungen sind chronisch und auch wenn mir ein Orthopäde sicher helfen kann, werden die psychosomatischen Verspannungen nicht eher weggehen, bis ich nicht mit mir im Reinen bin. (Trotzdem werde ich mir sicher weniger einen Kopf um die Verspannungen machen, wenn ein Spezialist diese erstmal genau unter die Lupe genommen hat. Also eine Sorgenfalte weniger.)

Wo wir schon bei Thema sind, können wir gemeinsam ein paar kurze Übungen machen, um für einen Augenblick unseren Körper und unser Befinden zu scannen.
Wie schaut es mit deiner Körperhaltung aus? Sitzt du immer gerade oder läufst du etwas nach vorne gebeugt? - Ich für meinen Teil habe eine eher schlechte Körperhaltung. Ich nenne sie meine "Schutzhaltung". Ich sitze und Laufe immer etwas nach vorne gebeugt, die Schulter oft nach oben gezogen. Wie ich das gemerkt habe? Du musst dich einfach mal bewusst gerade hinsetzen oder hinstellen, dann merkst du automatisch, wenn verkürzte Muskeln dich wieder in diese Schonhaltung ziehen wollen. Deswegen auch meine Entscheidung für den Spezialisten. Ich sinke immer wieder in diese schonende Haltung zurück, hab keine gute Körperspannung, was für mich selbst manche Yoga-Posen erschwert. Ich habe nie bewusst darauf geachtet. "Ach das geht schon vorbei, das passt schon", habe ich mir versucht einzureden, solange, bis es eben nicht mehr ging.
Als nächstes können wir mal unser Gesicht entspannen. Du bist entspannt? Das ist schön. Aber beißt du nicht ab und an mal die Zähne zusammen oder verziehst sorgenvoll das Gesicht? Achte einfach mal darauf. Es geht meistens schneller und vor allem unbewusster als du denkst. Oft wird es dir auch sofort angesehen, wenn es dir nicht gut geht. "Alles okay, du siehst so abgespannt aus?" Hast du sicher schon mal gehört, oder?
Anhand diesem kleinen Check-up kannst du schnell herausfinden, ob du eine Pause brauchst. Spürst du dich verspannt, solltest du herausfinden, woher es kommt. Reflektiere für dich, ob dir gerade etwas Sorgen macht, oder du in deinem Job doch etwas mehr Stunden als sonst gearbeitet hast, weil ein Projekt fertig gemacht werden musste. Dann ist es an der Zeit deinem Körper eine Auszeit zu gönnen und ihn zu verwöhnen. Nimm ein Bad, geh in die Sauna oder für ein Wochenende hinaus in die Natur. Am besten du machst einfach mal GAR NICHTS. Lege dich auf die Couch oder auf eine Blumenwiese und mache gar nichts: Kein Telefon, keine Musik, kein Fernseher und kein Internet. Du, dein Geist und dein Körper ihr habt eine Pause verdient.

Quelle: pixabay,de

Einmal richtig duchatmen bitte

Für diese kleine Übung musst du dich nicht extra auf eine Wiese legen, es reicht, wenn du dich einfach einmal bewusst und entspannt hinsetzt. Wenn du gerade keine Zeit für eine ausgiebige Achtsamskeits-Übung hast, dann atme doch einfach bewusst durch.
Setze dich bequem hin und schließe die Augen. Versuche deinen Körper etwas zu entspannen. Dann atmest du bewusst durch die Nase ein - so lange biss sich vom Bauch bis zu den Lungen alles mit frischer Luft gefüllt hat und dann atmest du langsam durch die Nase wieder aus. Wiederhole das mindestens dreimal. Du wirst feststellen, dass du einen großen Unterschied zu deiner bisherigen Atmung feststellst. Mir erging es jedenfalls so. Wenn ich gestresst und aufgeregt bin, wird meine Atmung flacher. Geht es mir nicht gut, ist meine Atmung unregelmäßiger. Was vielen (und auch mir) nicht bewusst war: die Atmung bestimmt deine Stimmung und andersherum. Und das kann zu einem Teufelskreis werden. Bist du gestresst, atmest du flacher, also kommt weniger Luft ins Gehirn, also wird die Stimmung auch schlechter und da achtest du noch weniger auf deine Atmung. Dieser Teufelskreis kann nur durchbrochen werden, wenn du regelmäßig bewusst atmest. Und mal ehrlich: einmal richtig durchatmen ist nicht schwer, es lenkt deine Gedanken auf die Atmung und dein Körper bekommt neuen Sauerstoff zum Arbeiten. Ich mache das jetzt täglich. Gerne stelle ich mich dazu auf den Balkon. Ich finde das ist eine sehr einfache und schnelle Übung, um sich aus dem Alltagstrott herausureißen.
Der erste Schritt in Richtung Gelassenheit ist getan.

Ich würde mich freuen, wenn du mich weiter auf der Suche nach Gelassenheit begleitest.
Deine Anke

* Zitat aus Gelassenheit für Anfänger von Aljoscha Long und Ronald Schweppe

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