Freitag, 24. März 2017

Es ist ein Kraut gewachsen #02


Sonnenzeit ist Aussaatzeit

Die Sonne erwärmt nun auch das letzte Winterherz. Zwischen Vogelzwitschern, einem lauen Lüftchen und unter blauem Himmel, kann man es nun kaum mehr leugnen. Es ist Frühling. Dies ist die Zeit in der es sämtlichen Hobbygärtnern in den Fingern juckt: Raus an die frische Luft und in der Erde buddeln.
Genau das habe ich heute auch getan: Das wunderbare Wetter hat mich regelrecht auf den Balkon gezerrt. Viele Samen warteten darauf, ausgesät zu werden und mein Hauswurz sehnte sich nach einem größeren Zuhause. Immerhin hat sich die Anzahl der Pflanzen auf zwei verdoppelt. Anscheinend gefällt ihm der Platz am Südfenster über der Heizung.



Das alte Behältnis war wirklich zu eng geworden und ich hoffe, dass ihm das neue Heim gefällt. Das Substrat habe ich möglichst durchlässig gewählt - ein Mix aus Blumenerde, Sand und dem Rest der Aussaaterde. Versuch macht klug. :) Als Verzierung habe ich noch ein paar Steine eingearbeitet. Schaut richtig schön aus. Nun kann er weiter wachsen.


Schon im letzten Jahr habe ich erfolgreich Pflänzchen herangezogen. Also wollte ich es mir dieses Jahr nicht nehmen lassen, mein Glück noch einmal zu versuchen. Ihr braucht nicht viel, um selbst Pflanzen anzuziehen: Aussaattöpfchen, Aussaaterde und natürlich Saatgut sind in jedem Fachhandel zu erwerben.
Allerdings braucht ihr kein Geld für extra Aussaatbehälter ausgeben. So blöd es auch klingt ... schaut einfach mal in eurem Müll. Dort findet ihr alles, was ihr benötigt. Als Aussaatbehälter eignen sich die Verpackungen von Eiern, Plastikbehälter (wie z.B. von Weintrauben o.ä.) oder Zeitungen. Und da ich immer etwas Altpapier daheim habe, wurde dieses sinnvoll umgenutzt. Und ihr könnt noch mehr Upcycling betreiben! Aus alten Jogurtbechern, könnt ihr ganz einfach Schildchen für eure Saat basteln. Einfach in Streifen schneiden und mit einem CD-Marker beschriften. Ordentliches Ausspühlen ist natürlich Vorraussetzung.

Altpapier und Eierkartons haben einen großen Vorteil. Sie können mit den vereinzelten Pflänzchen mit eingepflanzt werden. Ich zeige euch nun, wie ihr Pflanztöpfchen aus Altpapier selbst machen könnt. Und Folgendes benötigt ihr:
  • alte Zeitungen, möglichst unbeschichtet 
  • Bindfaden (ich habe Klebestreifen verwendet, den pflanze ich natürlich nicht mit ein und mache ihn vorher ab) 
  • Schere 
  • Flaschen in der Größe eurer Wahl 
  • Aussaaterde 
  • Saatgut (ich habe mich für folgende entschieden: Fenchel, Kapuzinerkresse, Zuckererbsen, Ringelblumen, Mohn, Kornblumen und Riesen-Mageriten) 
  • Namensschildchen 
  • evtl. Untersetzer, damit beim Gießen und Besprühen auch mal was daneben geben kann (für besseren Halt meiner Töpfchen habe ich einfach Plastebehälter für Pflanztöpfe aus dem Gartencenter verwendet) 
  • Frischhaltefolie



Und so wird's gemacht:
  1. Ihr schneidet euch das Zeitungspapier zurecht. Anschließend wickelt ihr das Papier um die Flasche und bindetet (bzw. klebt) es fest. Am Boden faltet ihr das Papier einfach zusammen und befestigt es wieder. Am Anfang müsst ihr euch wahrscheinlich ein wenig ausprobieren, was für euch funktioniert, aber je öfter ihr ein solches Töpfchen bastelt, desto einfacher gelingt es euch. Da meine Untersetzer zwei unterschiedliche Größen haben, musste ich natürlich auch zwei verschiedene Flaschengrößen wählen. Auch wenn die Pflanzgefäße momentan noch etwas wackelig wirken ... ist erst einmal Erde drin, stehen sie quasi von selbst.
  2. Ihr füllt die Töpfchen mit Aussaaterde. Diese hat, zwecks einer besseren Wurzelbildung, relativ wenig Nährstoffe.
     
  3. Nun kann auch schon euer Saatgut einziehen. Am besten ihr sät es so aus, wie es auf der Verpackung steht, dann könnt ihr nichts falsch machen.
     

  4. Beschriftet eure Töpfchen sofort, denn solange es noch keine Pflänzchen gibt, sehen alle Kinderstuben gleich aus.
  5. Nun wird angegossen. Ich verwende immer eine Sprühflasche, damit meine Samen nicht ertrinken. ;) An einem Platz an der Sonne sollte es euren Jungpflanzen in spe ganz gut gehen. Um für eine konstante Feuchtigkeitszufuhr zu sorgen, könnt ihr eure Töpfchen mit Frischhaltefolie überdecken. So habt ihr ein Minnigewächshaus. Damit Schimmel allerdings keine Chance hat, muss für aussreichend Luftzufuhr gesorgt werden. Entweder ihr lasst einfach einen Spalt offen (ihr müsst ja trotzdem immer mal gießen) oder ihr Lüftet regelmäßig.


Das war's auch schon. Nun könnt ihr das Wachstum eurer Pflänzchen beobachten. Sobald die Jungpflanzen zwei Blätter ausgebildet haben, sollten sie pikiert (vereinzelt) werden, damit jede Pfanze genug Platz hat sich zu entfalten. Sind eure Pflanzenkinder groß und kräftig genug, können sie nach den Eisheiligen an die frische Luft ins Freiland. Ihr könnt euren Pflanzen auch schon vorher etwas Frischluft gönnen. Sie können an warmen und sonnigen Tagen ruhig mit auf den Balkon oder die Terrasse ziehen, um sich an die Temperaturen draußen zu gewöhnen. Aber vergesst sie ja nicht Abends wieder hinein in die warme Stube zu holen!

Es ist wirklich nicht schwer eigene Pflanzen aufzuziehen. Nichts ist schöner, als zu beobachten, dass auch ein paar Wochen später wirklich etwas gewachsen ist. Und wenn dann Zeit für die Ernte ist, dann habt ihr einen ganzen Lebenszyklus einer Pflanze begleitet. Das ist ein wunderbares Gefühl. Probiert es doch einfach mal aus! Macht euer Leben etwas grüner!

Viel Spaß beim Gärtnern!
Eure Anki

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