Sonntag, 7. Januar 2018

Aus der Glut ein Feuer machen - Gedanken zum Jahreswechsel





00:45 das Jahr ist noch jung.


Anki hat mir ihren Blogbeitrag für den 01.01.2018 geschickt, den ich aufmerksam gelesen habe. Sie will mehr Ursprünglichkeit in ihr Leben bringen.

Ursprünglichkeit
, da sind sie und ich uns einig, ist ein sehr schönes Wort.
Im Mai habe ich meinen Sohn zur Welt gebracht, vorher wuchs er in meinem Bauch. Die Menschen bekommen schon immer Kinder - ein Wunder ist es dennoch. Der Ursprung neuen Lebens zu werden kann jedoch auch erschütternd sein. In meinem Fall lief es nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Damit musste ich lernen umzugehen.
2017 war für mich ein Jahr in der Schwebe. Ich musste mein Leben als Mama erst einmal kennenlernen, genauso wie mein Mann das Papasein verkraften musste. Dann mussten wir wieder wirklich zusammenfinden.
Wie viel Chaos in meinem Kopf war (und noch ist) sieht man auch meiner Wohnung an. Ich habe (bis auf mein Baby) alles fallen gelassen. Ich habe mich weder um meinen Garten, noch meine Freunde, noch meine Familie wirklich gekümmert. Ich habe einfach nicht mehr funktioniert, fühlte mich oft taub und mir war alles zu viel. Jetzt stecke ich den Kopf wieder aus dem Schneckenhaus heraus. Ich habe gemerkt: die Welt dreht sich weiter. Die Menschen, bei denen ich mich ewig nicht gemeldet haben, obwohl ich sie gern mag, haben mir trotzdem ein Frohes Neues gewünscht.
2017 war ein Jahr in dem ich vieles über mich selbst lernen durfte. Vieles an mir macht mich stolz, manches an mir möchte ich ändern. Nach einem Jahr im Kokon möchte ich mich in 2018 entfalten.

Seit einer Woche gehe ich wieder arbeiten. Ich teile mir mit meinem Mann die Elternzeit. Dass ich einmal danach dürsten würde, wieder hinter der Theke zu stehen, hätte ich nicht gedacht. Ich bin jetzt dankbar dafür, wieder arbeiten zu dürfen - und zu können. Ich merke, dass ich den Umgang mit Gästen sehr vermisst habe. Und dieses Gefühl möchte ich behalten.
Ich möchte endlich eine Schreibroutine entwickeln. Denn so gern ich kellnere - mein Traum ist es, als Autorin meine Mettbrötchen zu verdienen. Ein Brötchen habe ich dafür schon im Dezember aus dem Ofen geholt: Für die österreichischen Musiker "Pecoraro und Pecoraro" habe ich eine Weihnachtsgeschichte für ihr Weihnachtsprogramm geschrieben. Und wurde dafür bezahlt.



Entfalten bedeutet für mich auch wieder Kontakt mit den Menschen um mich herum aufzunehmen. Ich möchte wieder mehr Zeit mit meinem Opa verbringen. Dies lässt sich wunderbar damit verknüpfen, endlich wieder in seinem Garten zu buddeln, den ich dieses Jahr völlig vernachlässigt habe. Anki hat mir dafür ebenfalls ein Gartenbuch gebastelt. Ich freue mich schon sehr auf den regen Austausch mit ihr.
In diesem Garten werden wir in diesem neuen Jahr auch wieder mehr mit der Familie beisammen sitzen. Mal wieder Rommé spielen, was wir früher fast jeden Sonntag gemacht haben. Ich werde mich auch wieder heraus trauen. Mehr Zeit außerhalb der vier Wände verbringen.

Ich mache inzwischen schon wieder Yoga, was mir sehr gut tut und möchte mich allgemein wieder mehr bewegen. Mein Rad habe ich im Dezember reparieren lassen und wenn es wärmer wird, möchte ich es mehr nutzen. Dann ist Liam auch alt genug, um in einem Kindersitz oder einem Anhänger mit zu fahren. Da wir seit dem Sommer kein Auto mehr besitzen lassen sich so dann auch mal Fahrten in die umliegenden Städtchen bestreiten und wir müssen uns nicht immer den Wagen meiner Eltern leihen.
Eigentlich habe ich regelmäßig Reisefieber - das möchte ich wieder entfachen. Außerdem will ich mir einfach bewusster machen, welche Werte mir wichtig sind und ihnen folgen.
Ich möchte weniger Müll verursachen. In der Tonne und in meinem Kopf.
Sicherlich werde ich immer mal wieder schwanken und Rückschläge haben - aber auch damit will ich lernen zurecht zu kommen.

Entfalten, loslegen - gleichzeitig dabei ruhig und gelassen bleiben. Das Gefühl zu haben, dass ich mein Leben selbst steuere und es nicht an mir vorbei rauschen lasse. Das wünsche ich mir für 2018.

Eure Julia

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