Montag, 1. Januar 2018

Neues Jahr - neues Glück oder auf dem Weg zur Ursprünglichkeit




Nun ist das alte Jahr schon wieder um und ich musste mit Erschrecken feststellen, dass ich meinen Blog ganz schön vernachlässigt habe. Aber es gibt nun einmal Dinge, die wichtiger sind: Meine Masterarbeit zum Beispiel. Diese habe ich mit einem 'sehr gut' abgeschlossen. Dann bin ich mit meinem Verlobten in unsere erste gemeinsame Wohnung in Schönebeck/Bad Salzelmen gezogen. Studium fertig - heißt Job suchen. Das ist nicht so einfach, denn von irgendwoher muss das Geld ja schließlich kommen. Auf das mickrige Hartz IV verzichtete ich demnach freiwillig und suchte erstmal abseits meiner Ausbildung einen Job. Gesagt getan.

Doch nun frage ich mich, 

ob ich nicht vielleicht doch nach dem Studium eine Pause hätte einlegen sollen, denn je mehr der Herbst voranschritt, desto mehr machte mir mein Körper deutlich, dass er eigentlich nicht mehr konnte. Acht Stunden Computerarbeit waren anstrengender als gedacht. Während ich meine Masterarbeit schrieb, war ich immer wieder unterwegs, vor allem um zu dem Ort zu fahren, über den ich meine Masterarbeit schrieb. Ich konnte mir die Schreibzeiten einteilen wie ich wollte. Nun ist das nicht mehr so. Ich habe also fünf Jahre Studium durchgepauert, bin umgezogen, plane meine Hochzeit und arbeite wieder. Und das gefiel meinem Körper und Geist so gar nicht. Vielleicht liegt es auch an der langen Dunkelheit - ich weiß es nicht. Ich glaube vor allem meine Psyche ist da sehr rigoros, wenn es darum geht sich in Unmut und Grübeleien zu verfangen. Nicht gut.
Aber mein Körper zeigte mir klipp und klar, was er wollte: Ruhe, Entspannung und Bewegung. Und das gilt es nun im neuen Jahr umzusetzen. Zeit für mich, neue Projekte, die mich von meiner Couch führen und neue Antriebe am Ende des Winters finden. (Wer mag denn schon lange kalte und hässliche Wintertage?) Meine freien Tage habe ich also damit verbracht, für mich herauszufinden, was ich im neuem Jahr alles Gutes für mich tun kann. Daraus kann ich durchaus ein paar gute Vorsätze fürs neue Jahr machen:

  • Rückenschule habe ich bereits gemacht, nun habe ich mich wieder für Yoga angemeldet. Dennoch brauche ich noch etwas, was mein Körper mehr auslastet. Nordic Walking erschien mir da als angemessese Alternative und weniger strapazierende Sportart als Joggen. Ich fühle mich nicht wirklich fitt und das könnte wieder ein sanfter Einstieg in den regelmäßigen Sport sein.
  • Zudem will ich durch Verhaltenstherapie wieder Zugang zu mir und meinem Körper finden - lernen, wie ich mit Stress und Umschwüngen umgehen kann. Ich bin von Natur aus ein zartbesaiteter Mensch und muss endlich lernen, damit zurechtzukommen. Aber das ist denke ich nur die Spitze des Eisberges. Ich hatte die letzten Wochen nun viel Zeit zum nachdenken. Ich bin eigentlich ein sehr lebensfroher Mensch. Aber irgendwas machte mir zu schaffen. Zudem finde ich es wirklich anstrengend frühs auf Arbeit zu fahren - es ist dunkel und Nachmittags heim zu kommen - es wird dunkel. Unsere heutige Gesellschaft hat verlernt sich dem anzupassen. Für unsere Vorfahren war der Winter (wie auch für die Natur) eine Zeit der Ruhe. Die Feldarbeit ruhte, gewerkelt wurde nur noch in den heimischen Stuben. Und was machen wir heute? Wir hetzen von A nach B und versuchen mit der Geschwindigkeit mitzuhalten. Keiner rastet oder hält noch einmal inne. Dabei sollte es doch so einfach sein einen Gang herunterzuschalten?



Solche Gedanken begleiteten mich letztes Jahr Anfang Dezember, als ich mit meinem Verlobten ein Wochenendurlaub im Spielzeugdorf Seiffen im Erzgebirge machte. Ruhte dort im Winter die Arbeit auf dem Hof, versuchte man sich mit Handerkszeugs ein Zubrot zu verdienen. So begannen vor allem auch die Bergarbeiter im Winter mit Schnitzarbeiten, was sich schnell zu einem neuen Wirtschaftszweig entwickelte. Und ich sage euch: Seiffen ist wirklich ein kleines Dorf, sehr ursprünglich. Es hat sich seine Traditionen und Rituale bewahrt.
Da wären wir beim nächsten Thema, was mich beschäftigt. Traditionen und Rituale. In Seiffen gibt es kaum ein Fenster wo nicht ein Räuchermännchen steht, oder die berühmten Figuren von Bergmann und Engel. Es gibt jährliche Bergmannsparaden und geräuchert wurde auch viel. Sogar in unserer reizenden Unterkunft hoch über dem Dorf mitten im Wald. Ich war sofort bei mir und habe mich wohl gefühlt, ja fast sogar entschleunigt. Dort schlugen die Uhren noch in einem anderen Takt, trotz dutzender Reisebusse, die Unmengen an Touristen ausspuckten. Aber will uns gerade das nicht irgendetwas mitteilen? Die Menschen interessieren sich für solche Traditionen, für diese ursprüngliche Atmosphäre.


Da wären wir bei meinem Wort des Jahres 2018: URSPRÜNGLICH.
Aber was meine ich damit? Was will ich damit?
Ich will für mich herausfinden, wie ich im reißenden Fluss dieser Zeit, Ausszeiten finden kann. Kleine Rituale, wie meinen abendlichen Tee trinken, reichen mir offenbar nicht. Es muss doch Dinge geben, die sich mit der modernen Gesellschaft vereinen lassen und mich der Natur und mir selbst wieder etwas näher bringen kann? Wo liegen nun eigentlich unsere Wurzeln? Diese liegen (ob es manchen passt oder nicht) im Heidentum. Dies bedeutet nicht einfach nur an heidnische Götter zu glauben. Es ist vielmehr ein Leben nach dem Rhythmus der Natur. An den heidnischen Jahresfesten wurde dieser Natur gedankt und diese fand in den heidnischen Gottheiten eine Personifizierung. Ich persönlich weiß nicht, ob ich ein Mensch bin, der an Götter glauben kann. Aber ich möchte für mich einige Dinge dieser Gesinnung in mein Leben integrieren. Ich will die Natur beobachten, ein wenig mehr mit und von ihr Leben und diese Feiertage nutzen, um für mich Gründe zu finden, feiern zu können. Damit habe ich bereits im letzten Jahr begonnen.

Da mich die dunkle Jahreszeit so sehr mitgenommen hatte, habe ich am 21. Dezember zur Wintersonnenwende die wieder länger werdenden Tage gefeiert. Ich habe für mich ein Ritual gemacht um das alte Jahr abzuschließen und auf das neue Jahr zuzugehen. (das Ritual findet ihr hier) Ich freute mich auf das neue Jahr und auf die neuen Projekte. Als meine Schwiegereltern und ich an Heilig Abend eines meiner Pflanzenbücher in der Hand hatten, bekam ich plötzlich wieder große Lust auf das Gärtnern und buddeln in der Erde. Daraus hat sich bis heute eines meiner wichtigsten Projekte für dieses Jahr entwickelt.



Im August sind wir nach Schönebeck gezogen und schauen nun tagtäglich auf eine Gartenanlage. Uns gefiel die Idee eines Gartens direkt vor der Haustür. Doch für den kommenden Herbst und Winter hätte es sich nicht mehr gelohnt. Doch nun ist das neue Jahr da, die Email an den Gartenverband abgeschickt und die Gartenbücher herausgekramt. Und warum gerade einen Schrebergarten? Werdet ihr etwa ein wenig spießig? Das hat für mich nichts mit spießig zu tun. Für meinen Verlobten ist es eine tolle Möglichkeit Dinge zu bauen, zu werkeln und selbst etwas zu schaffen. "Pflanzen sind dein Ding!" Das hatte er gesagt.
Okay ... Deal... Er wird bauen und ich anbauen. Perfekt.



Für mich ist es aber mehr, als vielleicht ein paar Kräuter und Gemüse selbst anzupflanzen. Ich glaube, dass gerade diese Art von körperlicher Arbeit in der Natur gut für mich ist.


Ich habe schon früher im Garten meiner Eltern begeistert in der Erde gebuddelt und den Teich von Algen befreit. :)
Ich glaube es ist für mich DIE Ausszeit, die mein Körper und Geist brauchen. Eine 'ursprüngliche Arbeit', die meine Vorfahren schon machen mussten, um zu überleben. Und umso praktischer, dass ich für diese Arbeit nur über die Straße gehen müsste. Es sind sogar Parzellen frei, sagte uns einer der Gartenbesitzer, die bei uns vor dem Haus parkten. Na dann... Ich bin gespannt was der Gartenverband sagt und wie sich das neue Jahr für mich entwickelt.
In diesem Zusammenhang habe ich mir natürlich vorgenommen den Blog zu reaktivieren und (auch wenn es nur für mich ist) diese neuen Projekte und Gedanken festzuhalten.



  • Ich werde euch also mit in den damaligen Garten meiner Eltern entführn und meine Gedanken zu Pro und Contra zu einem Schrebergarten ausführen.
  • Ihr bekommt einen Einblick in das neue Heim für mich und meine Pflanzen.
  • Natürlich werde ich auch wieder viel basteln. (Dieses Jahr habe ich ein Dezembertagebuch geführt. Wenn es fertig ist, kommt hier die Anleitung)
  • Ich plane bereits mein Gartentagebuch und werde euch für mich praktische Kräuter und Gemüse vorstellen.
  • In einem Beitrag werde ich beschrieben, warum mein Freund und ich eine Hochzeit im Mittelalterstil wollen.
  • Vielleicht stelle ich euch auch meine Lieblingsgartenbücher vor.
Mal sehen. Es wird auf jeden Fall bunt in diesem Jahr.

Ich freue mich, wenn ihr mich begleitet.
Eure Anki

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