Sonntag, 25. Februar 2018

Einmal gutfühlen bitte!

Quelle: pixabay

Heute geht es wieder einmal darum sich etwas um sich selbst zu kümmern, achtsamer zu werden und seinen eigenen Körper ein wenig zu beobachten - Kurz gesagt: einfach mal für wenige Stunden nur bei sich sein. Und dafür eignet sich die Meditation, egal in welcher Art, besonders gut. Gestern konnte ich mich auf eine besondere Reise begeben und das obwohl ich auf die Veranstaltung eher durch Zufall aufmerksam geworden bin.
Ein regionales Physiotherapiezentrum veranstaltete ein Meditationsworkshop mit dem Ziel, solche Themen den Menschen nahezubringen und regelmäßige Meditationen zu veranstalten. Gute Idee, denn der Trend geht definitiv in eine natürlichere und achtsamere Lebensweise. In der heutigen schnellen Zeit, kann man sich nie genügend Zeit für einen selbst nehmen.
Ich interessiere mich für solche Methoden und habe schon selbst mit CD oder App meditiert. (Letztes Jahr habe ich darüber berichtet) Mich interessierte der Unterschied zwischen der Meditaton alleine und in der Gruppe mit einem geschulten Leiter. Und ja, es gibt einen Unterschied. Zuhause hat man immer Dinge, die einen ablenken. Viele haben zudem nicht den Luxus sich einen eigenen Yoga- oder Meditationsraum einzurichten, in den man sich zurückziehen könnte. Das spricht für einen Workshop. Man trifft Gleichgesinnte und befindet sich im Idealfall in einem kleinen intimen Raum. Dieser war außerdem auch noch schön zurecht gemacht: Kerzen, Blumengestecke, Tücher, Ätherische Öle, Yogamatten, Decken, Tee und Nüsse gab es zur Stärkung. Von draußen schien die Sonne in den Raum. Wundervoll! Wir hatten nur uns, etwas zu trinken und eventell Taschentücher bei uns. Alle anderen weltlichen Dinge, haben wir im Nachbarraum abgelegt und tatsächlich war die Stimmung im Raum sehr ruhig und besonnen. Jedes Geräusch erschien besonders laut.

Zur Beruhigung gab es ein paar Tropfen Lavendelöl auf die Handfläche. Ich bin ein Fan von Lavendel, der neben seiner beruhigenden Wirkung auch den Geist öffnen soll. Wir waren keine große Gruppe - ungefähr acht Mann. Und ich bin der Meinung, dass diese Gruppenstärke völlig ausreichend ist. Zum einen ist so eine Meditation etwas Intimes und wirkt für mich in kleinen Räumlichkeiten mehr, als wenn man sich in einer großen Halle mit zwanzig anderen Leuten befindet. Das würde mich sogar ein wenig unruhig machen. Beim Sport ist das etwas anderes. Dort geht es darum überschüssige Energie abzubauen. Bei der Meditation geht es (zumindest für mich) darum, seine inneren Energien in Ordnung zu bringen - ums Loslassen. Und ums Loslassen und Lockerwerden ging es auch in der ersten Meditationsmethode.

Quelle: Bảo-Quân Nguyễn und Andressa Voltolini von usplash

Kundalini-Meditation


Die Kundalini-Meditation ist eine aktive Meditation. Charakteristisch sind schüttelnde Bewegungen zu Beginn. Sie zählt wie u.a. die Dynamische Meditation zu den aktiven Meditationstechniken, in denen körperliche Aktivität eine zentrale Rolle spielt. Die starke Ausrichtung auf Bewegung soll körperliche und emotionale Spannungen abbauen. Das Ziel ist es, von Aktion - also körperlicher Bewegung - zur inneren Ruhe und zur Stille zu gelangen.
Die Kundalini-Meditation besteht aus vier Phasen zu je 15 Minuten, also insgesamt 1 Stunde. Sie wird oft am späten Nachmittag zum Ausklang des Tages gemacht. Die einzelnen Phasen sind: Schütteln, Tanzen, Meditation und Stille. Hierbei soll es zuerst zu erhöhter Durchblutung und Herzfrequenz, dann zu niedrigerem Blutdruck, niedrigerer Herzfrequenz, Muskelentspannung, sowie gesteigerter Aufmerksamkeit führen.
Diese Art der Meditation wirkt wie eine Energiedusche – auf sanfte Weise lässt sich der intensive Arbeitstag mit den vielen Eindrücken abschütteln. Sie entspannt auch tiefere Ebenen im Körper: Innere Verfestigungen – körperlicher und psychischer Art – werden aufgerüttelt und es kommt zu innerer Harmonie: ein Glücksgefühl, tiefe Entspannung und Freude.

Dies kann ich durchaus bestätigen. Ich habe mich danach wirklich gut gefühlt. Das Schütteln und Tanzen wirkt wie ein Workout, hat aber zusätzlich einen entspannenden und meditativen Teil. Man denkt vielleicht, dass man ein bisschen Hemmungen hat, sich auf diese Weie vor anderen Menschen zu bewegen (und ja, eigentlich bin auch ich ein Typ dafür), aber dem war gar nicht so. Man folgt ganz automatisch den Anweisungen der Leiterin. Und irgendwann ist man ganz automatisch drin. Der Körper bewegt sich wie von selbst zur Musik, die ganz gediegen in den tanzenden Teil übergeht. Diese Rhythmen und Klänge waren mir aus der keltischen und mittelalterlichen Musik etwas vertraut, somit fiel es mir auch nicht schwer mich dazu zu bewegen. Glaubt mir: Es ist völlig egal, wie ihr dazu tanzt. Ihr macht das einfach nach Gefühl, was euch im Augenblick gut tut. Ihr kommt definitiv ins Schwitzen. Als ich anschließend auf dem Boden lag und dem nachspürte, fühlte ich mich schon richtig leicht. Das war ein wunderbares Gefühl. Und wenn ich daran denke, sowas bei Sonnenschein auf einer Frühlingswiese zu machen, geht mir gleich das Herz auf. Das hat sicher nochmal eine andere Wirkung. Ich will es auf jeden Fall mal ausprobieren.

Quelle: pixabay

Kümmere dich um dich selbst!

Nach einer kurzen Pause, in der wir frische Luft tankten und Kräutertee genossen, ging es mit Meditationstechniken weiter, die einen mit sich selbst ins Reine bringen sollten. Bei der Friedensmeditation geht es darum mit euch selbst oder einer Person in eurem Umfeld Frieden zu schließen, schlechte Gefühle loszulassen und sie gehen zu lassen. Diese Meditation verwendet Mantras, um das Bewusstsein in die richtige Richtung zu lenken, wie zum Beispiel "Friede ist in mir" oder in der folgenden Meditation "Das bin ich nicht. Ich bin das nicht, was diese Emotionen mit mir machen." Hier sind Emotionen das Thema, die euch verändern und ihr nichts dafür könnt. Vor allem die Frauen kennen das, wenn sie den weibichen Hormonen ausgeliefert sind und gegen ihre schlechte Stimmung einfach nichts tun können. Es gibt aber noch genügend andere Situationen, die euch euren eigenen Emotionen unterlegen machen. Dann kann es hilfreich sein, seinem Geist dieses Mantra einzuspeichern. "Das bin ich nicht." Jetzt wäre es an der Zeit sich an sein eigenes Ich zu erinnern. Dies bedarf ein wenig Übung, aber verschafft ein gutes Gefühl.

Quelle: pixabay

Die Hara Meditation

Wir lernten auch die Hara Meditation (Hara = jap. Bauch) kennen. Sie führt einfach und systematisch in einen Zustand von Entspannung und Klarheit. Diese traditionelle Technik hat eine ausgleichende Wirkung auf das Nervensystem, dass heißt sie macht munter und entspannt zugleich. Sie unterstützt dabei sich mit sich zu verbinden und führt zu einem gelasseneren Umgang mit Gefühlen und Gedanken. Eine wundervolle Art und Weise, sich wieder zu zentrieren.
Die Hara Meditation kann zu jeder Tageszeit gemacht werden. Hierbei dreht ihr euch gegen den Uhrzeigersinn. Es entsteht ein imaginärer Trichter, eine Spirale, mit der ihr eure Aufmerksamkeit vom Kopf, über das Herz herunter zum Hara, eurer natürlichen Quelle zwei Finger unter dem Bauchnabel führt. Achtet darauf euren Körper zu bewegen, nicht euren Kopf und auf die richtige Atmung. Einatmen, wenn ihr euren Oberkörper nach hinten dreht und ausatmen, wenn ihr nach vorne kommt. Atmet ruhig geräuschvoll aus, um auch alle schelchten Energien und Verspannungen rauszulassen.

Nach der körperlichen Arbeit durften wir uns zum Abschluss ein wenig berieseln lassen und noch einmal richtig entspannen. Ich muss sagen, dass ich mich lange nicht mehr so gut gefühlt habe. Ich fühlte mich leicht, ruhig und entspannt. Am intensivsten war für mich die Kundalini Meditation aufgrund der Bewegung. Man schüttelt allen unnötigen Ballast ab - und das spürbar. Ich werde auf jeden Fall wieder mitmachen.
Mir ist natürlich auch bewusst, dass dies nicht für jeden etwas ist. Nicht jeder ist dafür empfänglich oder kann sich darauf einlassen. Doch wer vielleicht schon Yoga praktiziert und noch einen Schritt weiter in Richtung Entspannung gehen möchte, sollte so einen Workshop einmal ausprobieren.
Man kann nur an Erfahrungen reicher werden.

Eure Anke

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen